Große Park-Eröffnung am Tegelsbarg

HUMMELSBÜTTEL Pünktlich zu den anstehenden Sommerferien wird am Samstag, 20. Juni, der neugestaltete Park am Tegelsbarg mit einem großen SportSpielSpaß-Fest eingeweiht.

Über drei Jahre wurde das 7,9 Hektar große Gelände für über vier Millionen Euro umgebaut, das im RISE-Fördergebiet (Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung) liegt, mit dem die Lebensqualität in Hamburger Quartieren verbessert werden soll.

Bei den Planungen haben sich Anwohner und Besucher beteiligt und finden nun etliche ihrer Ideen realisiert wie etwa einen umzäunten Hundeauslauf mit Kriechtunneln, eine Streuobstwiese oder eine neue Wegbeleuchtung zum Butterbauernstieg.

Die beiden Spielplätze für Kinder von einem bis zwölf Jahre erhielten attraktive Spielgeräte wie eine Seilbahn und einen großen Kletterparcours aus Naturmaterialien, zudem gibt es jetzt Picknickbänke und zwei Grillstationen mit Kohlebehälter, die regelmäßig von der Stadtreinigung geleert werden.

Hamburgs Sportfans finden nun im Tegelsbarg-Park spektakuläre Trendsportanlagen wie eine Calisthenics-Anlage für Outdoor-Kraft- und Ausdauertraining sowie Street- und Basketballfelder und Mini-Trampoline. Das Highlight ist der innovative Skatepark mit einem Pumptrack für Bikes und Scooter auf einem 340 Quadratmeter großen, achtförmigen Rundkurs mit Wellen und Steilwandkurven. Die 600 Quadratmeter große Anlage für Skater wurde von der Firma Minus Ramps mit einem zweistufigen Backyard-Pool (Betonbecken), Vulkan und diversen Hindernissen kreiert.

Die Parkeinweihung startet am 20. Juni um 13 Uhr auf dem Auftaktplatz unweit des Norbert-Schmid-Platzes mit Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff und Dr. Friederike Mechel von der Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen. Von 14 bis 18 Uhr können Besucher im Rahmen eines großen Sport- und Spielfestes die Parkanlage und den benachbarten Bauspielplatz erkunden. Es gibt etwa Calisthenics- und Skate-Shows, Kung Fu-Training, Bogenschießen, Boule, einen 500 Meter-Kinderlauf um den Rodelberg, Rodeo-Bullriding, Leitergolf sowie diverse Aktionen von Vereinen und Institutionen aus dem Stadtteil. Die Freiwillige Feuerwehr Hummelsbüttel sorgt mit ihrer Blaskapelle für musikalische Unterstützung; Foodtrucks, Eiswagen und Crêpes-Stand bieten kulinarische Leckereien.

Ein Anruf und das Geld ist weg

LANGENHORN Schockanrufe sind perfide Betrugsmaschen am Telefon, bei denen Kriminelle vor allem Seniorinnen und Senioren emotional unter Druck setzen, um an deren Geld und Schmuck zu kommen.

2024 registrierte die Hamburger Polizei 74 vollendete Straftaten mit einem Gesamtschaden von etwa drei Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es bereits 162 Taten mit sieben Millionen Euro Beute – die Tendenz ist steigend.

„Viele Leute sind der Auffassung, dass ihnen so etwas nicht passieren könnte. Doch dann fallen sie doch auf einen manipulativen Anruf herein und letztlich sind ihre Rücklagen und die Altersvorsorge weg“, weiß Yvonne Schlegel, Stadtteilpolizistin des Polizeikommissariats 34.

Die Anrufer missbrauchen das Vertrauen der meist älteren Menschen, indem sie sie mit einer erfundenen Lügengeschichte schockieren. So soll etwa die Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht haben und könne nur durch die Zahlung einer hohen Kautionssumme vor dem Gefängnis bewahrt werden. Weinen und Schluchzen der angeblich Betroffenen am Telefon dramatisiert die Lage. Die Täter geben sich oft als Polizisten oder Staatsanwälte aus, sind sehr geschickt in der Gesprächsführung und wissen zu vermeiden, dass ihr Opfer seinen Verstand einschaltet, indem sie Zeitdruck aufbauen. Oftmals rufen sie mehrmals oder über mehrere Tage an. Das Geld für die Kaution müsse sofort übergeben werden, am besten zuhause oder abends an einem „seriösen“ Ort wie etwa vor einem Gerichtsgebäude.

„Um es dazu gar nicht kommen zu lassen, raten wir, bei Gesprächen mit fremden Personen, die Geld fordern, sofort aufzulegen und die Polizei zu informieren“, empfiehlt Stadtteilpolizistin Bianca Janzing. Ein weiterer Tipp: Mit Familienmitgliedern ein Code-Wort vereinbaren, etwa die eigene Lieblingsblume, um die angeblich in Schwierigkeiten steckende Person zu verifizieren – oder am besten zeitnah bei ihr anrufen.

Es gibt noch zwei weitere telefonische Betrugsmaschen. Bei der einen ist ein vermeintlicher Einbrecher festgenommen worden, auf dessen Liste der Name des Angerufenen steht und die Polizei müsse vorbeikommen, um Geld und Wertsachen vorsichtshalber zu sichern. Bei der anderen Version ruft ein fingierter Bankmitarbeiter an, der verdächtige Kontobewegungen registriert habe. Auch hier käme die Polizei vorbei, um EC-Karte und PIN zur Prüfung abzuholen. In beiden Fällen heißt es auch hier: Sofort auflegen!

Im Rahmen einer hamburgweiten Kampagne möchten die beiden Stadtteilpolizistinnen am Dienstag, 16. Juni, von 11 bis 14 Uhr auf der überdachten Marktfläche des LaHoMa Seniorinnen und Senioren für das Thema sensibilisieren, über die Varianten des Telefonbetrugs informieren und aufzeigen, wie man sich dagegen schützen kann.

500.000 Euro für neue Sporträume und Aufzug

FUHLSBÜTTEL Der Sportclub Alstertal-Langenhorn (SCALA) erhält eine halbe Million Euro aus dem Quartiersfonds für die Modernisierung seines Hauptsitzes in der Lüttkoppel.

Das Gebäude stammt von 1976 und wird sukzessive zeitgemäß umgebaut. In den Räumen der ehemaligen Vereinsgaststätte entstanden bereits im vergangenen Jahr moderne Sportflächen etwa für Paartanz, Hip-Hop und Reha-Angebote.

Nun geht es im Kellergeschoss weiter. „Bis 2020 wurde hier eine Kegelbahn aktiv genutzt, doch das Interesse wurde immer weniger. Wir werden die rund 150 Quadratmeter mit einer neuen Lüftungsanlage versehen und durch zwei Sporträume, Umkleiden und Mannschaftsbesprechungsräume ersetzen“, erzählt Vorstandsvorsitzende Inken Asbahr. Aufgrund der geringen Deckenhöhe können keine Ballsportarten stattfinden, sondern eher Yoga und Pilates, die bisher nur im clubaktiv in der Hummelsbütteler Landstraße angeboten werden. „Wir möchten künftig am Standort Lüttkoppel auch Baby- und Kinderturnen stattfinden lassen“, berichtet Vorstandsmitglied Felicia Heinrich.

Bisher ist das gesamte Gebäude nicht barrierefrei und auch die Geschäftsstelle im ersten Stock ist nur über Treppen zu erreichen. Mit der finanziellen Unterstützung von Finanz- und Bezirksbehörde wird nun auch ein Aufzug eingebaut, der alle Stockwerke verbindet. Zudem entsteht im ersten Stock auch ein barrierefreies WC.

Der Baubeginn ist für diesen Herbst geplant. „Im Frühjahr 2026 finden hoffentlich die ersten Kurse in den neuen Räumlichkeiten statt“, wünscht sich Inken Asbahr.

„Zwischen 2011 und 2020 hat Hamburg für den Ausbau der Sportinfrastruktur rund eine Milliarde Euro ausgegeben. Bis zum Ende des Jahrzehnt wird es mehr als das Doppelte sein“, erläuterte Finanzsenator Dr. Andreas Dressel und Bezirksamtsleiterin Dr. Bettina Schomburg ergänzte: „Mit Förderungen aus dem Quartiersfonds stärken wir die Lebensqualität vor Ort und schaffen Angebote, sich sportlich und fair im gesellschaftlichen Miteinander zu begegnen.“

Schüler engagieren sich als Tierpfleger

HUMMELSBÜTTEL Das Gymnasium Hummelsbüttel ist eine der wenigen Hamburger Schulen mit einem eigenen Schulzoo. Neben Meerschweinchen, Kaninchen, Hühnern, Fischen, Schildkröten und Zebrafinken gibt es auch exotische Arten wie Degus, Bartagame, Stabheuschrecken und Schlangen.

Olaf ist einer der tierischen Stars, denn die ungiftige Kornnatter mit den auffälligen orangefarbenen Flecken ist zutraulich und menschenbezogen. Für Julie ist es das Größte, wenn sie sich die (satte!) Würgeschlange um den Hals legt und deren glatte, geschmeidige Haut streichelt. „Ich liebe Tiere und wegen des Schulzoos bin ich auf diese Schule gegangen“, betont die Zwölfjährige.

30 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben können sich in jedem Schuljahr in der Schulzoo-AG engagieren. „Die Plätze sind sehr begehrt“, weiß die Leiterin Inga Pastorino-Meister. „Hier geht es nicht um Leistung und Noten, sondern um gemeinsames Engagement und Anschluss an Gleichgesinnte. Die Kinder lernen die Bedürfnisse der Tiere kennen und den Umgang mit ihnen. Dass sie Verantwortung für Lebewesen übernehmen, fördert ihr Selbstbewusstsein.“

In jeder ersten großen Pause werden die Tiere gefüttert und mit frischem Wasser versorgt, in der zweiten großen Pause darf gestreichelt und gekuschelt werden. Dann ist der Schulzoo auch für die gesamte Schülerschaft geöffnet und die AG-Kinder geben Auskunft über die verschiedenen Tierarten. „Wir müssen aber auch aufpassen, dass etwa die Meerschweinchen Fee, Lilly, Kuschel-Wuschel und Alma nicht mutwillig herumgescheucht werden“, sagt die 13-jährige Anna.

Jeden Dienstag von 13.45 bis 15.15 Uhr werden gemeinsam alle Käfige und Gehege gereinigt, die Tiere gewogen und den Angora-Meerschweinchen regelmäßig das Fell geschnitten, damit es nicht verfilzt. An den Wochenenden kümmern sich Inga Pastorino-Meister und die externe Diplom-Biologin Alexandra Riebeck um die Versorgung und in Ferienzeiten helfen einige Kollegen und Schulzoo-Kinder mit.

600 Euro verfuttern Bartagame Rocky, eine Echsenart, Kaninchen Wolle, Degu Söckchen und alle anderen tierischen Schulbewohner pro Monat. Die Kosten werden zum Teil von der Schulbehörde, vom Schulverein sowie über Tombolas und Spendenläufe finanziert. Die Schulkantine spendiert Salatreste, Karottenkraut sowie Grünzeug. „Zudem haben wir Plastikboxen und Stoffbeutel ausgegeben, in denen auch einige Eltern frische Gemüsereste sammeln“, berichtet Inga Pastorino-Meister. Die Mathe- und Biologie-Lehrerin leitet seit neun Jahren die Schulzoo-AG und auch sie hat viel über verschiedene Tierarten und Erste Hilfe gelernt.

Da die Außengehege im Schul-Innenhof voraussichtlich in den Herbstferien abgerissen und neugestaltet werden, wird ein Übergangsquartier für sechs Hühner gesucht. „Wir liefern auch ein Hühnerhaus und das Futter“, verspricht die Pädagogin. Interessenten melden sich bitte per E-Mail an [email protected].

SCALA feiert neuen Kunstrasenplatz

LANGENHORN Ab Samstag, 30. Mai, rollt endlich wieder der Ball auf dem Sportplatz Siemershöh. Der Sportclub Alstertal-Langenhorn (SCALA) feiert von 12 bis 16 Uhr die Einweihung seines neuen Kunstrasenplatzes in der Langenhorner Chaussee 118a.

Eineinhalb Jahre war das Areal gesperrt, obwohl der Baubeginn bereits im Spätherbst 2024 erfolgte. „Eigentlich wollten wir 2025 mit der Saisoneröffnung starten, aber die geplante Flutlichtanlage musste wegen der Anwohnerbebauung nochmals angepasst werden, zudem hat auch der harte Winter die Arbeiten verzögert“, erklärt die stellvertretende Vereinsvorsitzende Felicia Heinrich.

Doch nun freut sie sich mit 1220 SCALA-Mitgliedern, darunter über 800 Kinder, dass endlich wieder trainiert und gekickt werden kann. „Den bisherigen Rasenplatz konnten wir in den Wintermonaten nicht nutzen, während Kunstrasen ganzjährig und wetterunabhängig bespielt werden kann. Zudem gab es bislang keine Beleuchtung in den Abendstunden, so dass wir nun durch das Flutlicht auch länger vor Ort sein können.“

Alle leistungsbezogenen Mannschaften wie die 1. Herren, die in der Fußball-Bezirksliga spielen, sowie die 1. Damen, die in der Oberliga mitmischen, werden auf der Anlage Siemershöh trainieren und auch ihre Punktspiele austragen. Zudem soll nachmittags dort auch Kindertraining stattfinden.

1,1 Millionen Euro hat der neue Rasenplatz gekostet. 165000 Euro kommen vom Hamburger Sportbund und 120000 Euro aus bezirklichen Mitteln, doch 815000 Euro muss der Verein über Kredite selbst stemmen. „Wir hoffen auf Sponsoren und viele neue Mitglieder, da durch den Platzneubau nun in vielen Altersklassen wieder mehr Kapazitäten entstanden sind“, sagt Vorstandsmitglied Michael Schmugler. „Bislang erhalten wir täglich bis zu 20 E-Mails nach freien Plätzen in Trainingsgruppen, die wir nun endlich positiv beantworten können. Allerdings brauchen wir dringend auch neue Trainer, die sich gerne bewerben dürfen.“

Finanzielle Unterstützung wird auch für ein Platzpflegegerät benötigt, zudem soll in absehbarer Zeit die Tribüne aufgehübscht werden. „Unser Traum ist, auf dem benachbarten Grandplatz einen Athletikraum zu bauen“, so Felicia Heinrich.

Doch zunächst wird am 30. Mai der neue Rasenplatz eingeweiht. Es gibt viele Mitmachaktionen, einen Menschenkicker, eine Tombola, herzhafte und süße Leckereien, zudem zeigen die Cheerleader und Rope-Skipper, was sie können. Ab 12 Uhr gibt es ein D-Jugend-Turnier mit Mannschaften aus Oststeinbek, vom Harburger Turnerbund, TuS Germania Schnelsen und dem Gastgeber SC Alstertal Langenhorn. Um 14.30 Uhr findet zudem ein Punktspiel der 2. SCALA D-Mädchen gegen Süderelbe statt. Der Eintritt ist frei.

Boulderfelsen, Teqball und Calisthenics am Tegelsbarg

HUMMELSBÜTTEL 19 Monate wurde die Sportanlage Tegelsbarg aus den 1980er Jahren saniert und modernisiert. Jetzt durften die Sportler erstmals wieder aufs Gelände.

„Moderne Sportstätten sind das Herzstück lebendiger Wohngebiete, denn sie bringen Menschen zusammen, fördern das Miteinander und sind die beste Form von Integration“, sagte Karen Pein, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen bei der Einweihung. Bezirksamtsleiter Thomas Ritzenhoff sprach von einem Meilenstein für das Quartier und freute sich, dass sich viele Kinder und Jugendliche bei den Planungen beteiligt haben und etliche ihrer Ideen umgesetzt werden konnten.

Neben der Sanierung der Leichtathletikanlage entstanden auf zwei ehemaligen Kleinspielfeldern ein Multifunktionsfeld mit knalligem Bodenbelag für diverse Ballsportarten wie Volleyball, Basket-, Hand- und Fußball sowie Badminton und ein Streetballfeld. Zudem gibt es eine große Calisthenics-Anlage für kreatives Fitness- und Krafttraining, eine Tischtennis- und Teqball-Platte, drei Bodentrampoline und als Highlight einen zwei Meter hohen Boulderfelsen aus Kunststoff, an dem rundherum geklettert werden kann. Um die gesamte Fläche herum führt ein Asphaltband zum Skaten, Inliner- und Rollerfahren.

2,12 Millionen Euro hat die Umgestaltung gekostet. Neben Vereinen wie dem SC Poppenbüttel steht die gesamte Anlage allen Sportbegeisterten jeden Tag kostenlos zwischen 7 und 21 Uhr zur Verfügung. Platzwart Sebastian Weber hat stets ein Auge auf die Sauberkeit des Geländes und das große Ganze – und hatte zuletzt reichlich Stress. „Ich freue mich, dass die Anlage offiziell wieder geöffnet ist, denn in den vergangenen Tagen sind immer wieder Menschen vor Vorfreude verbotenerweise über den Bauzaun gestiegen, mit denen ich so manche Mühe hatte.“

Senatorin Karen Pein hofft, dass die die aktiven Nutzerinnen und Nutzer wertschätzend mit der modernisierten Sportanlage umgehen und sich gegen Vandalismus einsetzen.

Kita zieht in Gotteshaus ein

LANGENHORN Die evangelische Kirche zählte Ende 2025 nur noch 17,4 Millionen Mitglieder. 350000 Gläubige waren im Laufe des Jahres ausgetreten – und der Trend wird voraussichtlich anhalten. Schrumpfende Mitgliederzahlen und gestiegene Betriebskosten lassen viele Kirchengemeinden umdenken – so auch in Langenhorn.

Nach jahrelangen Überlegungen hat der Kirchengemeinderat von St. Jürgen-Zachäus entschieden, den Kirchsaal der Zachäus-Kirche an der Käkenflur an die evangelische Kita, die sich auf demselben Gelände befindet, zu übergeben. Anlässlich der Entwidmung findet am Sonntag, 28. Juni, um 15 Uhr ein Festgottesdienst mit Bischöfin Kirstin Fehrs und Propst Dr. Heiko Landwehr statt.

„Alle drei Wochen ein Gottesdienst mit durchschnittlich 30 Besucherinnen und Besuchern ist einfach zu wenig“, sagt Pastorin Astrid Wolters. „Bei dem Schritt, den wir jetzt gehen, ist Wehmut dabei, vor allem wenn ich an viele engagierte Ehrenamtliche denke. Aber bei aller Trauer ist es das Beste, was passieren konnte. Wo andernorts die Kirchen abgerissen und die Gelände für Neubauten dienen, wird unsere ‚Wohnzimmer‘-Kirche mit dem markanten Glockenturm und den wunderschönen Buntglasfenstern des Bildhauers Hans Kock weiterhin im Stadtteil sichtbar bleiben.“ 

Mit dem evangelischen Kindertagesstättenverband wurde ein zehnjähriger Pachtvertrag geschlossen. Im Zuge des baulichen Umbaus wird die Kita Käkenflur in eine Integrations-Kita mit weiteren 20 Plätzen umgewandelt, um Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam betreuen zu können. Der Bedarf ist groß, denn nur rund 35 Prozent der Hamburger Kitas sind derzeit für Inklusion ausgelegt.

„Die ersten Baupläne sehen vielversprechend aus“, sagt Kita-Leiterin Janina de Vries. „Das Kirchenfoyer wird zum neuen hellen, einladenden Kita-Eingang, der Kirchsaal verwandelt sich in Gruppen- und Aktivräume und bietet einer separaten Garderobe Platz. Zudem werden Sanitärbereiche, die sich derzeit im Souterrain der bestehenden Kita-Räumlichkeiten befinden, ins Erdgeschoss verlegt. Unser gesamtes Team freut sich schon jetzt auf einen Neuanfang, auch wenn die Bauphase für alle eine Herausforderung werden wird. Doch gemeinsam werden wir es schaffen, denn es entstehen für Kinder neue Lernräume, in denen sie sich entwickeln können und von uns liebevoll ins Leben begleitet werden“, betont Janina de Vries. „Durch Kita-Andachten und Feste wird die Kita über das Langenhorner Pfarrteam weiterhin begleitet und Teil unseres Gemeindelebens bleiben“, ergänzt Pastorin Astrid Wolters.

Im Frühjahr 2027 sollen die Umbauarbeiten starten. Bis dahin wird die Digitalorgel verkauft, die Stühle gehen an den Stadtteilverein LEiLA und der Flügel, eine private Leihgabe, zieht vorerst ins Gemeindehaus von St. Jürgen. „Für die liturgische Ausstattung wie Kanzel, Altar und Kerzenständer gibt es die Überlegung, sie an die Hans Kock Stiftung zu geben“, so Astrid Wolters und weist darauf hin, dass der Seniorentreff im Anbei mit seinem Angebot erhalten bleibt.

Zweites Tauffest im Kiwi-Bad

LANGENHORN Bei 21 Grad Luft- und 23 Grad Wassertemperatur feierte das erste Tauffest im Kiwi-Bad vor zwei Jahren eine gelungene Premiere. Nun steht das zweite christliche Open Air-Event an.

„Unter dem Motto ‚Sonnencreme & Segen‘ möchten die evangelischen Kirchengemeinden Langenhorns am 21. Juni um 11 Uhr wieder mit Klein und Groß in dem herrlichen Naturbad einen fröhlichen Tauf-Gottesdienst mit schwungvoller Musik feiern“, sagt Pastorin Astrid Wolters. Bei der Erstauflage wurden 21 Täuflinge zwischen neun Monaten und 14 Jahren mit ein paar Spritzern echt hanseatischem Grundwasser in die Gemeinschaft der Christen aufgenommen. Bei der Zeremonie wurde so mancher Talarsaum nass, da einige Pastorinnen auf Wunsch der Täuflinge sogar bis zu den Knien ins Wasser gingen.

Rund 200 Familienangehörige und Freunde genossen das entspannte, aber auch festliche Ambiente auf Decken, Stühlen und Bierbänken im Kiwi-Bad und nahmen Erinnerungen an ein ganz besonderes Tauferlebnis mit.

In diesem Jahr gibt es erstmals die Möglichkeit der Tauferinnerung. Jede und jeder ist herzliche eingeladen, sich den Segen am Strand oder im Wasser abzuholen – auch ohne Vorlage des Taufscheins.

Wer sich oder seinen Nachwuchs dagegen zum ersten Mal taufen lassen möchte, meldet sich dafür spätestens bis zum 6. Juni in den Gemeindebüros an. Wichtig: Bis einschließlich des 12. Geburtstags ist ein Taufpate nötig, der Mitglied der evangelischen Kirche sein muss.

Der Eintritt ins Kiwi-Bad zum Tauffest-Gottesdienst ist bis 13 Uhr kostenlos. Und falls das Wetter doch nicht am großen Tag mitspielen sollte, wird das Fest in die Ansgar-Kirche verlegt. 

Baustart für das neue Vereinshaus für Oberalster

KLEIN BORSTEL Lange haben die Vereinsmitglieder auf diese Nachricht gewartet: „Am 1. Juni starten endlich die Bauarbeiten für unser neues Clubhaus“, freut sich Sven Güthlein, 1. Vorsitzender Oberalster Verein für Wassersport.

Rückblick: Am 22. Dezember 2021 brannte das alte Gebäude, idyllisch hinter dem Albert-Schweitzer-Gymnasium am Alsterlauf gelegen, komplett ab. Nichts war zu retten. Eine Auseinandersetzung mit der Hamburger Feuerkasse über die Höhe der Entschädigungszahlung zog sich über eine lange Zeit hinweg. Doch nun steht nicht nur die Finanzierung, sondern es geht endlich los mit dem Neubau.

Mit 422 Quadratmetern entsteht das neue Clubhaus in rustikaler Holzbauweise und wird neben Geschäftsstelle, Umkleide- und Sanitärräumen auch einen Mehrzweck-/Jugendraum sowie wieder eine Gastronomie haben, die auch Spaziergänger und Radfahrer bewirten wird. „Für die künftige Gaststätte haben wir schon einige Initiativbewerbungen erhalten, aber für das Thema ist es noch viel zu früh“, sagt Sven Güthlein.

Die Baukosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. 1,2 Millionen kommen von der Versicherung, die restliche Summe stammt aus Landes- und Bezirksmitteln sowie vom Hamburger Sportbund.

Läuft alles nach Plan, steht das Gebäude bis Dezember. Im Laufe des kommenden Jahres folgen dann der Ausbau und die Außenanlagen. Bis dahin müssen die rund 300 Vereinsmitglieder der Wassersportsparte weiterhin die provisorischen Umkleiden und Sanitäranlagen in fünf Containern auf dem Gelände nutzen. „Ich bewundere die Leidensfähigkeit unserer Sportlerinnen und Sportler über die lange Zeit und freue mich umso mehr, dass es nun endlich mit den Bauarbeiten losgeht“, so Güthlein. Nach den kommenden Sommerferien ist ein großes Richtfest geplant.

Aktuell ist der Vorstand in der Feinplanung der Räumlichkeiten und sucht noch nach Sponsoren oder Stiftern, die sich am Neubau finanziell beteiligen möchten, „damit die Ausstattung etwas hochwertiger wird als die Basislösung“, erläutert der Vereinsvorsitzende. So werden für den Jugendraum 25000 Euro, für einen Aufzug 30000 Euro benötigt. Als Dank werden die Geldgeber mit dekorativen Plaketten im neuen, schmucken Vereinsheim geehrt.

Saisoneröffnung im Kiwi-Bad

LANGENHORN Noch vor allen anderen Freibädern startet am 1. Mai das Naturbad Kiwittsmoor in die Saison. Von 11 bis 17 Uhr dürfen Unerschrockene mit und ohne Neoprenanzug erstmals in diesem Jahr ins kühle Nass springen - bei freiem Eintritt und gerne gegen eine kleine Spende.

An Land erwartet die Besucher die herausgeputzte Minigolfanlage, Hamburgs beste Fritten aus der PommesPerle und ein großes Kuchenbüffet. Wer möchte, sichert sich gleich eine Saisonkarte, die ebenso wie alle Eintrittskarten nicht teurer geworden ist. Tageskarten kosten weiterhin für Kinder von drei bis einschließlich 14 Jahre drei Euro, Erwachsene zahlen fünf Euro.

Gäste dürfen auch in diesem Jahr wieder in bequemen Strandkörben Platz nehmen und Kinder finden bei den Spielgeräten ein neues Spielhaus mit Rutsche. Ab sofort gibt es eine Kooperation mit dem Verein Beach me. Interessierte Beachvolleyballer können online unter https://verein.beachme.de/hamburg/Spielpartner finden, um auf der Anlage im Kiwi-Bad zu trainieren.

Geplant sind einige Veranstaltungen in der weitläufigen Parkanlage des Familienbades. „Das Mondschein-Schwimmen kam im vergangenen Jahr so gut an, dass wir es in regelmäßigen Abständen anbieten werden“, sagt Thea Botzenhard von der Geschäftsstelle des Betreibervereins HTB62. Am 13. August gibt der Folk-Sänger Peppler ein Konzert im Rahmen der Veranstaltungsreihe des ella-Kulturhauses „Das rollende Sofa“ und das Zwiebelkuchenfest sowie das Laternelaufen sind fest eingeplant.

Was noch fehlt, sind helfende Hände, die den Aktiven und dem Förderverein tatkräftig unter die Arme greifen – etwa um drei neue massive Tischtennisplatten aus Beton aufzustellen. Zudem werden dringend noch Rettungsschwimmer mit silbernem DLRG-Abzeichen gesucht. Interessierte senden bitte eine Mail an [email protected].

In der Regel ist das Naturbad täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Wetterbedingt können sich diese Zeiten jedoch ändern. Tagesaktuelle Informationen gibt es auf der Homepage www.htb62.de/kiwi und per Telefon unter 0172/567 13 21.

Frieden und Menschlichkeit dürfen kein Luxus sein

LANGENHORN Lebendiger Geschichtsunterricht der besonderen Art fand vergangene Woche am Ochsenzoll statt. 60 Schülerinnen und Schüler aus vier Jahrgängen der Stadtteilschule am Heidberg nahmen am Gedenkmarsch in Erinnerung für ein nahezu unbekanntes, grausames Ereignis vor 81 Jahren statt.

Am 12. April 1945 wurden rund 800 Häftlinge vom NS-Regime aus dem Polizeigefängnis Fuhlsbüttel auf einen viertägigen Todesmarsch nach Kiel getrieben – quer durch Langenhorn und das heutige Norderstedt, teilweise ohne Schuhe und nur mangelhaft verpflegt. Mindestens neun von ihnen wurden unterwegs erschossen.

Zusammen mit der Gedenkstättenpädagogin Kim Kielau hatten sich einige Jugendliche mit den Biografien zweier Menschen befasst, die den Todesmarsch überlebten. Mit eindringlichen Worten schilderten Siebtklässler die Schicksale von Hilde Sherman und Wübbo Sielmann und hatten Plakate mit bewegenden Zitaten der beiden Persönlichkeiten angefertigt.

„Es ist wichtig, Geschichte nicht vergessen zu lassen – gerade im Hinblick auf die geopolitische Lage in vielen Ländern weltweit. Die Demokratie muss geschützt werden, auch mit solchen Zeichen wie dem Gedenkmarsch“, sagte Ben. Der 13-Jährige gehört mit elf weiteren Siebtklässlern zur neuen „Demokratie-Jugend“ der Stadtteilschule am Heidberg, die von zwei Schülerinnen der neunten Klasse geleitet wird.

Mariam und Marta, beide 14 Jahre, haben dafür über mehrere Monate eine Fortbildung als „DemokratieTalente“ von der Organisation Common Purpose erhalten, um sich für Demokratie einzusetzen und sie mit eigenen Ideen mitzugestalten. Die Ausarbeitung und aktive Beteiligung an dem Gedenkmarsch war ein erstes Projekt der „DemokratieTalente“. „Demokratische Themen sind vielfältig und umfassen auch die Teilhabe in unserer Gesellschaft. Als Nächstes planen wir mit der ‚Demokratie-Jugend‘ Workshops zur Gebärdensprache und möchten uns bei der Tafel engagieren“, sagte Mariam.

Bis zum Mittwoch, 29. April, werden einige Biografien von Häftlingen, die auf den Todesmarsch geschickt wurden, im Schulgebäude in der Tangstedter Landstraße 300 (Haus C, 1. Stock, vor dem Sekretariat) ausgestellt. Zwischen neun und 14 Uhr kann die Ausstellung von jedermann besucht werden.

Ein Versicherungsbetrug geht gründlich schief

LANGENHORN Die Bananenplantage von Gustav Segensreich auf Gran Canaria läuft nicht gut. Er und seine Lebensgefährtin Elvira wollen sich durch einen Versicherungsbetrug kurieren, doch dazu muss der Plantagenbesitzer offiziell „aus dem Leben scheiden“. Nach seinem theatralischen „Tod“ wird er im Keller versteckt.

Doch nun beginnt ein turbulentes Versteckspiel, denn Gustavs enterbte Tochter quartiert sich im Haus ein, ein Versicherungsdetektiv ermittelt, der Bestatter wird aufdringlich – und im ungünstigsten Moment taucht immer wieder der „Verstorbene“ im Sterbehemd wie eine Geistererscheinung auf, weil er Appetit auf Schweinsbraten. hat. Doch dann wendet sich überraschend das Blatt.

Die Börner Speeldeel bringt mit viel Spielspaß die skurrile Komödie „Eerst starven, denn arven“ auf die Bühne des LaLi-Kulturhauses. Das Original von Peter Weissflog, „Zuerst sterben, dann erben“, hat das Langenhorner Speeldeel-Team eigens ins Plattdeutsche übersetzt, denn das Frühjahrsstück wird traditionell „op Platt“ gespielt. Bedenken hinsichtlich der Verständlichkeit braucht das Publikum nicht zu haben, denn drei von fünf Charakteren sind ohnehin auf Hochdeutsch angelegt.

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler ist das Stück eine Herausforderung – nicht nur aufgrund der Textmenge, sondern weil sie quasi durchgehend auf der Bühne stehen. Søren Dettmer schlüpft dabei sogar in zwei verschiedene Rollen und verleiht seinen zwei Figuren sogar einen spanischen Akzent.

Gespielt wird „Eerst starven, denn arven“ im Kulturhaus LaLi am 24. April um 19.30 Uhr, am 25. und 26. April jeweils um 16 Uhr, am 1. Mai um 19.30 Uhr und am 2. Mai um 16 Uhr. Die Tickets kosten zehn Euro im Vorverkauf im Weinhaus am Stadtrand, bei Blumen Engebrecht, in der Bücherstube am Krohnstieg und im Büro der Genossenschaft der Fritz-Schumacher-Siedlung (Mo-Do 9-12 Uhr)sowie online unter www.yesticket.org.

Junger Fliesenleger mit großen Plänen

LANGENHORN Deniz Orlando Puranaci zählt zu den besten deutschen Nachwuchshandwerkern. Mit dem zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills darf sich der 21-Jährige Bundessieger der Fliesenleger nennen.

Der Geselle, der beim Langenhorner Fliesenlegerbetrieb Andys Rudel angestellt ist, wurde für seine herausragenden Leistungen sogar mit einem Senatsempfang im Rathaus geehrt – zusammen mit elf weiteren jungen Hamburger Frauen und Männern, die in anderen Gewerken ebenfalls die Spitzenplätze 1 bis 3 erreichten. Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, nannte sie in seiner Laudatio stolz „eine tragende Säule für Hamburg.“

Mit ausgezeichneten Noten seiner Gesellenprüfung hatte sich Deniz Orlando Puranaci im August 2025 zunächst für den Landessiegerwettbewerb qualifiziert und durfte sich nach dem Gewinn im Wettbewerb mit 15 weiteren Landessiegern der anderen Bundesländer messen. An drei Tagen sollten die jungen Leute beweisen, was sie draufhaben. „Wir mussten in einem Festzelt vor viel Publikum das filigrane Wappen sowie das Schloss von Feuchtwangen auf jeweils gut zwei Meter hohe Wände bringen. Dafür waren die Fliesen korrekt zuzuschneiden, aufzubringen und akkurat zu verfugen. Der Druck war schon groß. Zudem war ich von den Leistungen der anderen Teilnehmer ziemlich beeindruckt. Ich bin zwar ehrgeizig, habe aber nicht damit gerechnet, später auf dem Podest zu stehen“, sagt der 21-Jährige.

Vater Andy Rudel war dagegen sicher, dass sein Filius platziert werden würde – und er sollte Recht behalten. Für den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk gab es 400 Euro Preisgeld und ein Stipendium über 9000 Euro für die Meisterausbildung. „Ich habe mich schon beim Elbcampus angemeldet und kann kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, freut sich Deniz Orlando Puranaci.

Dass er diese Karriere hinlegen würde, damit hat keiner in der Familie gerechnet. „In der Schule hatte er seine Probleme. Nur wenn ihn etwas wirklich interessierte, war er engagiert“, erinnert sich seine Mutter, Rosi Puranaci. Nach dem Mittleren Schulabschluss wollte der Jugendliche eigentlich in den Garten- und Landschaftsbau oder in die Immobilienbranche gehen, doch nach absolvierten Praktika war beides „nicht das Wahre“. In der Coronazeit fand Deniz Orlando Spaß an den Tätigkeiten im elterlichen Betrieb und begann dort seine Ausbildung. „Das Schöne am Handwerk des Fliesenlegers ist, dass es kreativ und erfüllend ist und wir etwas schaffen, was den Kunden freut und Bestand hat“, begründet der junge Mann seine Berufswahl. Küchen und Badezimmer in Privathaushalten sowie gewerbliche Objekte wie Autohäuser gehören zu seinen Einsatzorten – und dort übernimmt er auch schon mal die Bauleitung. „Als Sohn vom Chef erhalte ich keinen Bonus. Bei mir wird sogar eher strenger hingeguckt.“ Sein Können hat ihm den Respekt bei Alt-Gesellen eingebracht – ein Vorteil, denn der Junior wird einmal den Familienbetrieb übernehmen.

Kommunale Info-Wand ist nicht zeitgemäß

FUHLSBÜTTEL Was läuft wo und wann im Stadtteil? An einer kommunalen Info-Wand auf Höhe der Hummelsbütteler Landstraße 13 werden kostenlose oder günstige Veranstaltungen, Beratungs- und Bildungsangebote bekannt gemacht. Doch das „Schwarze Brett“ ist in die Jahre gekommen.

Der Untergrund ist marode und auf der Wetterseite haften die angekleisterten Flyer und Plakate schlecht und hängen mitunter herunter. Zwei Frauen setzen sich nun für den Ersatz durch eine zeitgemäße Info-Tafel ein – allerdings gibt es Hürden.

„Laut Auskunft der Stadt sind die Eigentumsverhältnisse unklar. Die Info-Wand wurde in den 1980er Jahren aufgestellt und nun fühlt sich niemand zuständig“, bedauert Nicola Kleist vom Stadtteilkulturverein Backstube. „Gleiches gilt für die Betreuung und Bestückung. Viele Jahre kümmerte sich ehrenamtlich ein Lokalpolitiker darum, doch nach dessen Wegzug verwaiste und verkam die Stellfläche – ein Jammer, denn vor Ort informieren sich Fuhlsbüttlerinnen und Fuhlsbüttler aller Altersklassen und kommen auch miteinander ins Gespräch.“

Um den kommunalen Treffpunkt aufrecht zu erhalten, pflegt ihn die Vereinsvorsitzende seit längerem einmal pro Woche, sorgt für Aktualität und entfernt Zettel und Aufkleber, die keinen gemeinnützigen Inhalt haben. Doch das Ankleistern der Plakate ist nicht nur mühsam und zeitintensiv, sondern auch nicht mehr zeitgemäß.

Als Vertreterin des Arbeitskreises „Engagiert in Fuhlsbüttel-Ohlsdorf“ hat Claudia Falk deshalb im Regional-Ausschuss eine Eingabe zur Erneuerung der kommunalen Stellwand gemacht. Die Netzwerkkoordinatorin des Sozialpsychiatrischen Zentrums Fuhlsbüttel der Stiftung Freundeskreis hat bereits Angebote eingeholt. „Wir wünschen uns einen doppelseitigen, abschließbaren Magnet-Schaukasten hinter Glas, vielleicht mit Beleuchtung via Solarenergie, wie es ihn etwa vor St. Lukas und auch am Tibarg in Niendorf gibt. Material- und Aufstellungkosten lägen bei rund 7700 Euro“, so Claudia Falk.

Die Lokalpolitik zeigte sich interessiert, lediglich von Seiten des Bezirksamtes gab es einen Dämpfer. „Wir müssen einen bestehenden Verein finden oder einen neuen Verein gründen, der zunächst einen Antrag auf Sondernutzung einer öffentlichen Fläche für zehn Jahre stellt und im Anschluss einen Antrag auf Sondermittel, wobei bis zu zehn Prozent der Gesamtkosten aufgebracht werden müssen. Der Arbeitskreis kann das nicht leisten, weil er keine Einnahmen hat.“

Nun hofft sie auf Minimierung der Vorgaben und Unterstützung lokaler Institutionen, die ein eigenes Interesse an einer modernen Info-Wand haben, weil die Aushänge ihnen etwa Kursteilnehmer bringen.

Gefährliche Abkürzung oder langer Umweg

FUHLSBÜTTEL Der vierspurige Brombeerweg ist eine Rennstrecke. Kaum ein Autofahrer hält sich an die vorgegebenen 50 Stundenkilometer. Anwohner wünschen sich eine zusätzliche Fußgängerampel auf Höhe des Fliederwegs.

Daniela Clément, Vorsitzende der Grünen-Fraktion Hamburg-Nord, hat entsprechende Zuschriften von Bürgern erhalten. „Wer vom Fliederweg ins gegenüberliegende Alstertal möchte, muss über den vielbefahrenen Brombeerweg. Doch die nächsten Querungsmöglichkeiten sind jeweils rund 400 Meter entfernt. Erst an der Heinrich-Traun-Straße gibt es eine Ampel oder man muss die Unterführung am Schanzenberg benutzen. Für Fußgänger bedeutet beides einen Umweg von etlichen Minuten, um den Brombeerweg sicher überqueren zu können. Doch diese Zeit haben die wenigsten. So nutzen nicht nur Hundebesitzer Lücken zwischen den Autos, um mit ihren Tieren über die Straße zu huschen“, so Daniela Clément.

Damit seien sie ein schlechtes Beispiel etwa für Schulkinder, auf dem Weg zum Albert-Schweitzer-Gymnasium ebenfalls die gefährliche „Abkürzung“ zu nehmen. Gleiches gelte für junge und ältere Mitglieder des Vereins Oberalster, dessen Sportstätten ebenfalls im Alstertal lägen.

„Eine sichere Querung ist am Fliederweg nicht möglich. Das ist kein akzeptabler Zustand für ein Quartier, das auf kurze Wege angewiesen ist. Deshalb brauchen wir hier eine Ampel, damit der Zugang ins Alstertal als Naherholungsraum und als täglicher Fußweg sicher, direkt und barrierearm wird“, bekräftigt die Politikerin.

Der Regionalausschuss Alstertal hat einem entsprechenden Antrag der Grünen bereits zugestimmt. Damit werden Polizei und Verkehrsbehörde aufgefordert zu prüfen, ob eine neue Ampel am Fliederweg realisiert werden kann. „Die in der Ausschusssitzung anwesenden Polizeibeamten haben versichert, das Anliegen wohlwollend zu prüfen“, berichtet Daniela Clément.

Eine Entdeckungsreise in das Erdreich

HAMBURG Wie sieht der Boden des Schulhofs aus? Ist er sandig, feucht oder gar betoniert? Welche Pflanzen und Kleinstlebewesen kommen dort vor und wie beeinflussen sie den Boden?

Die Loki Schmidt Stiftung ruft zum sechsten Mal zum stadtweiten Schulwettbewerb „Blühende Schulen“ auf. Gesucht werden nachhaltige Ideen und kreative Konzepte von kleinen Impulsprojekten bis zu größeren Umgestaltungen von naturnahen Schulgeländen.

Das diesjährige Thema lautet „Die Zukunft beginnt im Boden“. „Mit dem Wettbewerb möchten wir den Blick der Schülerinnen und Schüler auf den Boden lenken, denn er ist die Grundlage allen Lebens und voller spannender Entdeckungen. Mit Experimenten oder Messungen lässt sich viel erforschen oder mit Kunstprojekten in Szene setzen. Auch könnte aktiv etwa ein Teil des Schulhofs entsiegelt werden“, erläutert Projektleiterin Esther Timm von der Loki Schmidt Stiftung.

Mitmachen dürfen Klassen, Arbeitsgemeinschaften und GBS-Gruppen, auch in mehreren Teams von Grundschulen, weiterführenden und beruflichen Schulen. Die Wettbewerbsbeiträge können Texte mit Fotos, aber auch Plakate, Filme oder Modelle sein. Der Kreativität der jungen Naturforschenden sind keine Grenzen gesetzt.

Im vergangen Jahr beteiligten sich hamburgweit 41Schulen am Wettbewerb „Blühende Schulen“, der durch die Peter-Mählmann-Stiftung, die Claussen Stiftung und die Behörde für Schule, Familie und Berufsbildung gefördert wird. 16 Projekte wurden im vergangenen Jahr als Gewinner ausgezeichnet.

Bis zum 31. März können sich Schul-Teams unter www.loki-schmidt-stiftung.de/bluehende-schulenanmelden. Die ausgearbeiteten Projektbeschreibungen müssen bis zum 1. Juli eingereicht werden. Eine Jury wählt die besten Beiträge unter allen Einsendungen aus. Die Gewinnerteams dürfen sich über Geld- und Sachpreise freuen, die beim „Fest der Blühenden Schulen“ im September übergeben werden.

Barhocker, Sofas – so sieht modernes Lernen aus

LANGENHORN Die Stadtteilschule am Heidberg ist im Wandel. In den kommenden fünf Jahren stehen einige Neubauten an. Schneller als erwartet, wurde nun das neue Oberstufenhaus mit einem innovativen Nutzungskonzept bezugsfertig.

Auf drei Geschosse verteilt, finden künftig zwölf Klassen der Jahrgänge elf bis 13 Platz, die bislang am Foorthkamp untergebracht sind. Doch bis zum Umzug der Oberstufe wird es noch dauern, da andere Klassenstufen dringend aus maroden Gebäuden raus müssen. So kamen fünf neunte und zwei zehnte Klassen bereits im Januar in den Genuss, das neue Haus mit Leben zu füllen.

Auffällig sind die relativ kleinen Klassenräume, die nun Inputräume genannt und vorwiegend zu Beginn und Ende einer Lerneinheit vom gesamten Klassenverband genutzt werden. Für das Lernen und Vertiefen von Themen können Schülerinnen und Schüler auf dem zentralen „Marktplatz“ entscheiden, wo und wie sie – auch klassenübergreifend – arbeiten möchten. So gibt es etwa bequeme Sofas und abgeteilte, ruhige Sitzecken sowie halbrunde Möbel und hohe Hocker mit Bar-Charakter. Für Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten stehen kleinere, schalldichte Räume zur Verfügung. Selbstverständlich können die Jugendlichen auch im Klassenraum bleiben.

Alle Bereiche sind barrierefrei für inklusives Lernen ausgerichtet und wohnlich mit frischen Farben gestaltet. Und: Lernende und Lehrende sind dank Fußbodenheizung auch im Winter ausnahmslos in Hausschuhen unterwegs – beim Betreten des Gebäudes müssen Straßenschuhe zwingend ausgezogen werden. 

Das moderne Lernen erfordert von Schülerinnen und Schülern Selbstdisziplin, denn Ablenkung auf dem betriebsamen „Marktplatz“ ist gegeben, dazu tragen auch die innerräumlichen Fenster und Glastüren bei, die für Transparenz sorgen sollen.

Und wie kommt das neue Gebäude an? „Wir fühlen uns wohl und können nun spontan entscheiden, wo und wie wir lernen wollen. Die Gemeinschaft hat sich verbessert und wir haben wieder Bock, zur Schule zu gehen“, sagt der 15-jährige Schülersprecher Aymian. 

Das neue Oberstufenhaus ist in nur fünf Monaten in Modulbauweise des seriellen Hamburger Klassenhauses entstanden. Mit 1390 Quadratmetern Nutzfläche verfügt es über ein innovatives Lüftungskonzept, Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Gründach. Die Kosten lagen bei rund drei Millionen Euro.

Kiwi-Bad gewinnt 2000 Euro Preisgeld

LANGENHORN Eine aktive Nachbarschaft ist auf ehrenamtliches Engagement angewiesen – und das wurde nun von der Initiative „Nachbarschaftsheld:innen“ der nebenan.de Stiftung ausgezeichnet.

35 Projekte aus Hamburg und der Metropolregion hatten sich beworben. Auf Platz eins landete im Online-Voting das Naturbad Kiwittsmoor in Langenhorn, genannt Kiwi-Bad, mit über 700 von gesamt 3000 abgegebenen Stimmen. „Das Naturbad ist ein wertvoller Ort der Entspannung und der Begegnung. Ohne die vielen fleißigen Helfer wäre dieser naturnahe Ort nicht zu erhalten“, lobte die Jury.

Die Freude beim Betreiber, dem Verein Hamburger Turnerbund von 1862, ist groß. „Bei unserer Bewerbung haben wir nicht mit dem großen Erfolg gerechnet“, sagt der Vereinsvorsitzende Dirk Pommerening. Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro käme jedoch genau richtig. „Für die kommende Saison möchten wir unsere drei Tischtennisplatten erneuern, den Spielplatz herrichten und neue Geräte anschaffen – da können wir den finanziellen Zuschuss gut gebrauchen.“

„Die ‚Nachbarschaftsheld:innen‘ zeigen, wie viel Mut, Kreativität und Zusammenhalt in unseren Vierteln stecken. Solche Projekte verdienen nicht nur Anerkennung, sondern konkrete Unterstützung und Sichtbarkeit“, betont Katharina Roth, Geschäftsführerin der nebenan.de Stiftung. Die Auszeichnung wird von der Deutschen Postcode Lotterie gefördert und in Kooperation mit der Nachbarschaftsplattform nebenan.de umgesetzt.

Platz zwei und 1000 Euro Preisgeld gingen mit rund 200 Stimmen an das hamburgweite The Cleanup Collective Hamburg, das sich mit monatlichen Müllsammelterminen für saubere und nachhaltige Quartiere einsetzt. Auf Platz drei kam mit 200 Stimmen und 1000 Euro Preisgeld das Lokal Global Nachbarschaftlich auf St. Pauli. Beim Kölibri Küchenkonzert gibt es jeden letzten Freitag im Monat einen gemeinsamen Koch- und Konzertabend. Fünf weitere Projekte erhielten 500 Euro Preisgeld. Mehr Infos gibt es unter www.die-nachbarschaftshelden.de. 

Vorbild war eine Fernsehserie

FUHLSBÜTTEL Yvonne Schlegel kennt jede Straße und jede Ecke im Stadtteil – das muss sie auch, denn die Polizistin ist das, was früher als Bürgernaher Beamter („BünaBe“) bekannt war und heute BFS, Besonderer Fußstreifendienst, heißt.

Bis zu zehn Kilometer legt die 49-Jährige täglich bei Wind und Wetter per pedes auf ihrer großen Runde zurück, die von der U-Bahnstation Fuhlsbüttel-Nord bis zur Röntgenstraße führt. Seit eineinhalb Jahren ist die Oberkommissarin für die Polizeiwache 34 im Wördenmoorweg tätig, zuvor war sie elf Jahre im Streifen- und knapp neun Jahre im Bereitschaftsdienst.

„Ich wollte schon als Jugendliche zur Polizei“, erzählt Yvonne Schlegel. Die TV-Serie „Großstadtrevier“ hat sie damals inspiriert – besonders die Streifenpolizistin Ellen Wegener mit ihrer freundlichen und besonnenen Art, auf Menschen zuzugehen und Probleme zu lösen.

Vor allem die Abwechslung als BFS hat es Yvonne Schlegel angetan. „Ein reiner Schreibtischjob wäre nichts für mich. Ich bin gerne unterwegs und unter Menschen.“

Allein durch ihre Präsenz vermittelt sie ihnen ein subjektives Sicherheitsgefühl und wird immer wieder auf der Straße angesprochen. Dabei geht es etwa um vermeintliche Schrotträder oder Falschparker – manchmal heißt es aber auch nur „schön, dass Sie da sind“.

Wer auf dem Gehweg Rad fährt, seinen Hund ohne Leine laufen lässt oder zu zweit auf einem E-Scooter unterwegs ist, der wird von Yvonne Schlegel angesprochen. „Ich begegne den Menschen immer positiv, offen und freundlich und suche das Gespräch – Deeskalation ist das Zauberwort“, so die dreifache Mutter. Gegebenenfalls gibt es auch mal ein Ticket, etwa wenn Elterntaxis wiederholt verkehrswidrig vor den Schulen parken.

Prävention, Vermittlung bei Konflikten und Kontaktpflege zu den Anwohnern gehören zu den Hauptaufgaben der Stadtteilpolizistin, aber auch Opfernachsorge. Nach Straftaten, Einbruch oder Telefonbetrug bietet sie einen Besuch an, der vor allem von älteren Menschen gerne angenommen wird – „es sind schöne Momente, wenn man merkt, dass ihnen ein Gespräch guttut.“

Kein Tag sei wie der andere und auch ihr Weg durch den Stadtteil sei nie jeden Tag gleich. Als Cop4U ist Yvonne Schlegel an den Grundschulen Ratsmühlendamm und Eschenweg sowie am Gymnasium Alstertal zu Gast und vermittelt bei Konflikten unter Schülern oder auch zwischen Schulleitung und Eltern.

„Fuhlsbüttel ist kein besonders kriminalitätsbelasteter Stadtteil, aber auch hier geschehen Straftaten“, weiß die Oberkommissarin, die stets mit Dienstwaffe und schusssicherer Weste im Einsatz ist. Mal bringt sie Ruhe in Streitigkeiten in Unterkünften für Geflüchtete, mal schützt sie Opfer von häuslicher Gewalt und überprüft vor Ort, ob sich Täter an das Rückkehr- und Betretungsverbot halten. In brenzligen Situationen werden die Kollegen der Streifenpolizei hinzugezogen – und umgekehrt unterstützt die Fußstreife auch den Funk-Streifendienst. Gemeinsam werden Laternenumzüge begleitet, „und bei Festen wie dem Tag der offenen Tür der Feuerwehr sind wir bei Kindern mit unseren Dienstwagen immer der Magnet“, freut sich Yvonne Schlegel, die nach Feierabend Tabata, ein hochintensives Intervalltraining, sowie Yoga praktiziert, um für ihren Langstrecken-Job sportlich fit zu bleiben.

Selbstverteidigung und Filmwerkstatt

LANGENHORN In Hamburg stehen die Frühjahrsferien vor der Tür. Vom 2. bis 13. März sind Hausaufgaben, Mathearbeiten und Vokabellernen vergessen. Das Haus der Jugend Kiwittsmoor hat für Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren ein vielseitiges und kostenloses Programm zusammengestellt.

Am Montag, 2. März, entstehen von 10 bis 16 Uhr im Modellbau-Workshop (ab acht Jahren) Miniaturwelten aus Pappkartons. Am Dienstag, 3. März, geht es ins Tobe-Paradies „rabatzz!“ (Kosten: 3 Euro) und am Mittwoch, 4. März, werden Teilnehmende ab neun Jahren zu Filmemachern. In Stop-Motion-Technik entstehen mit Kameras und iPads Animationsfilme. Von der Ideenentwicklung über die Umsetzung mit Figuren aus Knete und Pappe bis zum Schnitt sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Am Donnerstag, 5. März, steht von 12 bis 16 Uhr ein Outdoor-Angebot wie Wikingerschach oder Kreide-Graffiti auf dem Programm; von 16 bis 17.30 Uhr ist Fatma Keckstein, Ausbilderin und Direktorin Sportentwicklung des Deutschen Ju-Jutsu-Verbandes, zu Gast. In einem Workshop lernen Mädchen von 12 bis 16 Jahre Techniken der Selbstverteidigung, die sie in brenzligen Situationen anwenden können.

Neben den Veranstaltungen ist das Haus der Jugend am Montag und Donnerstag von 12 bis 18 Uhr für alle Besucher für Spiel und Spaß geöffnet. In der zweiten Ferienwoche ist das Haus wegen einer Reise auf einen Ponyhof geschlossen.

Da die Plätze für die Gratis-Workshops und den Ausflug begrenzt sind, ist eine Anmeldung erforderlich, vor Ort, Tweeltenbek 27, oder unter Telefon 537 790 70. 

Bühne für Ölbilder, Skulpturen und Fotografien

BLANGENHORN Am 21. und 22. Februar verwandelt sich das Kulturhaus LaLi in der Tangstedter Landstraße 182a wieder in einen Hotspot für Kunstinteressierte.

Jeweils von 11 bis 17 Uhr präsentieren 34 Künstlerinnen und Künstler vorwiegend aus dem Hamburger Norden ihre Werke bei kostenlosem Eintritt. Der Börner Künstlertreff, der von der Gemeinschaft der Fritz-Schumacher-Siedlung e.V. unterstützt wird, zeigt Malerei verschiedener Techniken, Collagen, Fotografien und Skulpturen. 

Mit dabei ist Horst Stockdreher aus Farmsen. Bereits im Vorschulalter faszinierte ihn das Material Ton – „und es hat mich bis heute nicht losgelassen.“ In seinem Atelier entstehen in verschiedenen Brandtechniken dekorative Objekte und beeindruckende Skulpturen aus Keramik, wobei es dem Autodidakten besonders die afrikanische Tierwelt angetan hat.

Claudia Luise Meyer dagegen hat es auf Industrieanlagen und Lost Places abgesehen. Die Langenhornerin fotografiert am liebsten technische Themen, Werften, Schiffe und Autos – „sie verfügen über einen besonderen Charme, den ich mit meiner Kamera einfange.“

Meinhard Raschkes Werkzeug ist der Pinsel – wobei der Langenhorner lange Zeit zweigleisig unterwegs war. Nach seinem Kunststudium machte er sich als Malermeister selbständig. Seine künstlerischen Motive zeigen Alltagsthemen, zu denen er Stellung nimmt. „Dazu zählt alles, was mich bewegt – Politisches, Soziales, Armut, Straßenverkehr.“ Als Highlight beim Börner Künstlertreff wird der versierte Zeichner bei Bedarf in wenigen Minuten von den Besuchenden Porträts anfertigen.

Für ihre Motive muss Petra Suplie etwas reisen. Ob Dünen auf Sylt, Rapsfelder auf Föhr und wilde, ursprüngliche Landschaften in Alaska oder Portugal bannt die Hummelsbüttlerin mit Ölfarben auf die Leinwand.

Die Hamburgerin ist wie die drei anderen bereits zum zweiten Mal bei dem besonderen Ausstellungsformat dabei. Die freundschaftliche Atmosphäre und der positive Zuspruch seien großartig, „und der Blick auf die Werke anderer Kunstschaffender ist sehr inspirierend“, ergänzt Horst Stockdreher.

Weitere Infos gibt es unter www.boerner-kuenstlertreff.de.

Event für Bücherfans

LANGENHORN/FUHLSBÜTTEL Für viele Bücherfans gibt es nichts Schöneres, als Zeit in ihrer Lieblingsbuchhandlung zu verbringen und dem Alltag zu entfliehen. Daniel Hagemann von den Bücherstuben in Fuhlsbüttel und am Krohnstieg in Langenhorn macht ihnen nun einen unwiderstehliches Angebot: „Einschließen und genießen“. Gruppen bis zu sieben Personen können sich nach Feierabend in einer seiner Filialen wortwörtlich einschließen lassen und von 19 bis 21.30 Uhr nach Herzenslust ungestört in Romanen, Krimis und Bildbänden stöbern, schmökern und dabei Neues entdecken.

„In der Regel lassen wir die Besuchenden allein, auf Wunsch steht aber auch eine Buchhandelskraft während des Aufenthalts zur Verfügung“, sagt Inhaber Daniel Hagemann.

Und da für ihn persönlich zu einem guten Buch auch ein Glas Wein und Leckereien gehören, sind im Gesamtpreis von 75 Euro für alle „Eingeschlossenen“ auch Getränke sowie Knabbereien inklusive. Wer größeren kulinarischen Appetit hat, weil der Abend etwa als besondere Geburtstagsfeier dient, kann nach Absprache und gegen Aufpreis auch ein üppigeres Catering buchen.

„Die größte Katastrophe, die ich mir ausmalen kann, sind Rotweinflecken auf unseren Büchern, aber ich vertraue den Gästen, dass sie umsichtig mit den Publikationen umgehen“, sagt Daniel Hagemann.

Und wer sich in das eine oder andere Druckwerk verguckt hat und es mit nach Hause nehmen möchte, kann es erwerben, wenn sich die Ladentür nach zweieinhalb Stunden von außen wieder öffnet.

Infos und Reservierung in der Bücherstube Fuhlsbüttel unter Telefon 599 754 und in der Bücherstube am Krohnstieg unter Telefon 466 527 16. 

Amateure für die Bühne und Förderer gesucht

HAMBURG Ein junger Verein bringt im kommenden Jahr das vielfach ausgezeichnete Broadway-Musical „The Prom – der Abschlussball“ als Amateurproduktion auf die Bühne des Volkshaus Berne. Mit großem Ensemble, energiegeladenen Choreografien und einem mitreißenden Live-Orchester. Für alle Bereiche der Produktion werden noch Mitwirkende aller Generationen gesucht.

„Wir brauchen spielfreudige Darstellende, Sängerinnen und Sänger sowie Musiker, die Lust haben, auf der Bühne zu stehen als auch Menschen, die sich im Kulissenbau, in der Maske und als Kostümbildner, im Marketing und in der Technik engagieren möchten“, sagt Désirée Singson, seit Dezember Vorsitzende des von Maximilian Arnschick gegründeten Hamburger Musical Vereins. Jeder und jede kann mitmachen – auch ohne zu Profi zu sein. „Es gibt viele talentierte Menschen, denen wir ermöglichen möchten, ihr Hobby auszuleben“, betont Singson, die Regie führen wird. Sie fand ihre Bühnenleidenschaft erst beim Kinderleistungsturnen, später in der Staatsoper und schließlich in der Ausbildung zur Musicaldarstellerin.

„The Prom – der Abschlussball“ erzählt die Geschichte der lesbischen Highschool-Schülerin Emma Nolan, die mit ihrer Freundin auf den Abschlussball gehen möchte, was die Eltern- und Lehrende-Vereinigung ablehnt. Vier abhalfterte Broadway-Darstellende erfahren von dem Skandal und wollen ihr Image durch einen PR-Coup aufbessern, geraten aber in einen Strudel echter Emotionen. „The Prom“ wurde 2018 zum Publikumsliebling am New Yorker Broadway und begeisterte 2020 auch durch die Verfilmung mit Meryl Streep und Nicole Kidman.

Der gemeinnützige Musicalverein möchte eine offene Gemeinschaft schaffen, in der jeder willkommen ist. Aktuell sind es 30 Mitglieder sowie 25 Orchestermusiker. Für die Produktion werden jedoch noch viele weitere Musicalliebhaber gesucht. Am 27. und 28. Februar findet eine „Audition“, ein Vorsingen und Vortanzen, im Tanzstudio „La Belle“, Am Stühm Süd in Farmsen-Berne, statt – dort werden ab 1. April mittwochabends auch die regulären Proben stattfinden. An den beiden Tagen haben potenzielle Solisten und Ensemblemitglieder Gelegenheit, ihre stimmlichen, tänzerischen und sonstigen Fähigkeiten zu präsentieren. Um zur Audition eingeladen zu werden, ist bis zum 20. Februar eine Bewerbung per E-Mail an [email protected] nötig.

Auch werden dringend kulturinteressierte Sponsoren und Förderer gesucht, um diese und künftige Produktionen finanziell unterstützen möchten – zumal es auch einen sozialen Aspekt gibt. Denn um das Musical einem breiten Publikum zugänglich zu machen, sollen die Karten für die Aufführungen bei nur 35 Euro liegen.

Weitere Infos gibt es unter www.hamburgermusicalverein.de.

Sogar Cornelia Funke hat sich schon angesagt

HUMMELSBÜTTEL Der Bauspielplatz Tegelsbarg ist für viele Kinder im Quartier ein wichtiger Anlaufpunkt nach der Schule – dort wird gespielt, getobt und gechillt.

„Wir haben montags bis freitags täglich bis zu 45 und im Sommer sogar bis zu 75 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren bei uns“, sagt der Leiter Dennis Finnern.

Neuigkeiten gibt es beim Angebot. „Unser Aktions-Donnerstag hat nun einen Themenschwerpunkt, der über mehrere Wochen läuft, bevor er wechselt. So stehen bis zu den Märzferien Spiele wie Bingo, Carcassonne oder das riesige Baui-Monopoly im Fokus, bis zu den Maiferien wird donnerstags eine Baui-eigene Tischfußball-Liga ausgespielt“, erläutert Finnern.

Wie immer hat sich sein Team etwas Besonderes für die Ferienzeiten ausgedacht. „Wir veranstalten einen Kurzfilmwettbewerb, für den jedes Kind allein oder in einer Gruppe einen zweiminütigen Film realisieren kann, einschließlich Drehbuch, Darstellung, Schnitt und Vertonung“, so der Sozialpädagoge. Los geht es in der zweiten Woche der Märzferien mit den ersten Ideen. In den Maiferien werden die Projekte umgesetzt und zu Beginn der Sommerferien am 9. Juli folgt eine Preisverleihung.

Zudem muss ein maroder Teil des markanten Hüttendorfes abgerissen werden. An seiner Stelle soll eine Ritterburg mit mehreren Themenräumen wie etwa Schmiede, Taverne und Kerker mit jeweils einem interaktiven Element entstehen, zum Beispiel ein Amboss, der bespielt werden kann. In den gesamten Sommerferien werden die Pläne der Baui-Besucher tatkräftig umgesetzt.

Wer den Bauspielplatz Tegelsbarg kennenlernen möchte, hat am 25. April am Tag der offenen Tür mit Fahrradflohmarkt Gelegenheit. Ein hochkarätiger Gast hat sich bereits angemeldet: Cornelia Funke. Die Bestsellerautorin („Tintenherz“) arbeitete von 1982 bis 1985 als Erzieherin auf dem Bauspielplatz in und freut sich schon auf eine Rückkehr für eine Lesung nach Hummelsbüttel.

Weitere Infos zum Baui Tegelsbarg unter www.iat-hamburg.de, bei Facebook und Instagram unter bauitegelsbarg.

Schneekatastrophe im Schröderstift

LANGENHORN Der Wintereinbruch zu Jahresbeginn mit heftigen Schneefällen hat so manchen Hamburger überrascht. Besonders dramatisch war die Lage im Schröderstift.

„Ich kam vier Tage nicht aus dem Haus, weil es keinen vernünftigen Winterdienst gab. Die Wege von und zu unseren Häusern wurden selten bis gar nicht geräumt, geschweige denn gestreut, und waren daher nur unter Gefahr zu betreten“, berichtet Erika Beckmann. Die 86-Jährige lebt seit 31 Jahren in der Senioren-Wohnanlage und ist mittlerweile auf einen Rollator angewiesen. Einen „Ausflug“ zu den Müllcontainern bereut sie bis heute – „ich bin auf dem spiegelglatten Weg gestürzt und habe seitdem Schmerzen im Knie.“

Auch Rüdiger Schümann macht den Vermietern wegen des mangelnden Winterdienstes Vorwürfe, hat sie mehrmals per E-Mail an die Stiftleitung geäußert und an diversen Tagen zu unterschiedlichen Tageszeiten per Handyfotos die Szenerie dokumentiert. So auch die Schneewälle, die ein Räumfahrzeug vor die Müllcontainer geschoben hatte. „Es ist verantwortungslos, respektlos und rücksichtlos, dass die schlampige Arbeit des Winterdienstes toleriert wird, so dass sich einige Bewohner aus Angst vor Unfällen nicht aus dem Haus trauten“, sagt der 70-Jährige.

Annegret Lebahn ist eine Frau der Tat. Sie schnappte sich einen Spaten und legte selbst Hand an. „Über zwei Stunden habe ich einen Weg zu den Müllcontainern bis auf die Steine von Schnee und Eis befreit – danach war alles wieder begehbar, aber ich war völlig k.o.“, berichtet die 75-Jährige und fügt an: „Es kann doch nicht sein, dass wir Mieter solche Arbeiten machen müssen – wir zahlen schließlich mit den Mietnebenkosten für einen professionellen Winterdienst.“

Ob der überhaupt entsprechend rechtzeitig beauftragt wurde, bezweifeln die Senioren. „Objektiv war nur sehr selten ein Räumtrupp zu sehen und wenn, hat er nur selektiv einige Wege bearbeitet“, so Rüdiger Schümann. Was aber immer schnee- und eisfrei gewesen wäre, sei der Weg zum Büro der Stiftsleitung. „Wurde hier mit zweierlei Maß gemessen?“, fragt er süffisant.

Auf Anfrage des Wochenblattes äußert sich die Stiftsleitung wie folgt: „In der Anlage Kiwittsmoor 18a-26 ist ein professionelles und spezialisiertes Unternehmen im Winterdienst mit drei Mitarbeitenden im Einsatz. Ein Räumfahrzeug bearbeitet die Zufahrten, zwei Mitarbeitende mit Kehrmaschinen räumen und streuen die Gehwege. Grundlage hierfür sind verbindliche Lagepläne, die den Räum- und Streuumfang eindeutig festlegen. Die Einsätze werden über ein Telematiksystem koordiniert und mit Fotos dokumentiert. Im Zeitraum vom 2.1. bis 13.1.26 war das Unternehmen insgesamt elfmal zum Räumen und Streuen im Einsatz, zusätzlich unsere Hausmeister, Handwerker und Mitarbeiterin siebenmal zum punktuellen Streuen und Schieben. Die Einsätze erfolgten tagsüber als auch nachts, bei Bedarf auch mehrmals am Tag.“

Der Richtigkeit der Informationen misstrauen die Senioren – auch aus eigener Erfahrung. Sie haben den Hamburger Mieterbund eingeschaltet und hoffen, dass es keine weitere Schneekatastrophe geben wird.

Mehr Service für Passagiere

FUHLSBÜTTEL 90000 Euro lässt sich der Hamburger Flughafen die Modernisierung seiner umfangreichen Gepäckförderanlage kosten.

„Es ist eines der größten Projekte seit Jahren“, sagte Geschäftsführer Christian Kunsch beim symbolischen Spatenstich für den Bau einer neuen Sortierhalle zwischen Terminal Tango und Terminal 1. Auf dem Gelände war bis vor einigen Jahren noch die Bundespolizei zuhause.

„Die Gepäckanlage ist das Herzstück des Flughafens. Wenn sie nicht funktioniert, steht der Airport still“, so Kunsch. Damit das nicht passiert, erfolgen die Baumaßnahmen schrittweise bis zum Frühjahr 2029 im laufenden Betrieb – die Passagiere sollen davon im Idealfall nichts bemerken.

Die gesamte Anlage hat eine 3,5 Kilometer lange Förderstrecke und transportiert täglich bis zu 30000 Gepäckstücke vom Check-in bis zur Verladung in die Flugzeuge. Nach 20 Jahren wird sie nun durch moderne Systeme ersetzt, um die Streckenführung des Labyrinths unter den Terminals effizienter zu gestalten. Auch Schwachstellen, an denen bisher Koffer, Reisetaschen oder Rucksäcke verkanten, sollen optimiert werden.

In der Sortierhalle werden zudem neue Speicherplätze geschaffen, um mehr Gepäckstücke lagern zu können, die von den Passagieren schon am Vortag aufgegeben wurden – alles für mehr Komfort für die Reisenden.

Hamburg Airport ist mit 115 Jahren der älteste Flughafen der Welt, der sich noch an seinem Gründungsort befindet und internationale Flüge anbietet. In der maßstabsgetreuen Modellschau im Terminal 1 erhalten kleine und große Zuschauer in einer unterhaltsamen Show spannende Einblicke auf das Flughafengelände und in den Flugbetrieb – inklusive beweglicher Modellflugzeuge, Funksprüche und tausender Lichter. Auf dem Mini-Flughafen ist die neue Gepäcksortierhalle übrigens schon Realität. Das entsprechende Modell setzte Wirtschaftssenatorin Melanie Leonhard nach dem Spatenstich in der Schau-Anlage ein.

Spiel und Spaß für Jung und Alt

HUMMELSBÜTTEL Der Tegelsbarg-Park hat ein weiteres Highlight: Die umgestaltete Spielplatz-Anlage wurde kurz vor Jahresende freigegeben.

Kinder zwischen einem und zwölf Jahren können sich nun an vielen verschiedenen Stationen aus Naturmaterialen austoben und sich ausprobieren. Ein großer Kletterparcours, mehrere Schaukeln, eine Seilbahn und zwei Balancierbänder bieten größeren Kindern viel Abwechslung auf dem Spielplatz. Kleinkinder haben Spaß auf Wackelplatten, im Spielhäuschen und an Matschbecken. Zudem wurden viele neue Sitzmöglichkeiten, Picknickbänke und zwei Grillstationen samt Kohlebehälter aufgestellt. Der beliebte Tarzanschwinger und die lange Hangrutsche erhielten ein Update. Zudem finden Parkbesucher an einem Großschach- und einem Mühlefeld Entspannung in ihrer Freizeit. Die Spielfiguren befinden sich in einer Box – der Schlüssel ist im Kiosk am Norbert-Schmid-Platz und auf dem Bauspielplatz auszuleihen.

Neu ist auch die Gestaltung eines innovativen Sportbandes. Auf zwei umzäunten, wetterunabhängigen Feldern kann Streetball und Basketball gespielt werden – dank zwei Toren und Körben auch mit zwei Mannschaften. Auf einer modernen Calisthenics-Anlage trainieren Sportinteressierte jeden Alters an Stangen, Podesten und auf zwei Bodentrampolinen Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit sowie Koordination.

240000 Euro hat der Spiel-, 125000 Euro der Fitnessbereich gekostet – finanziert aus Fördermitteln der Stadtteilentwicklung (RISE) und des Quartierfonds.

Bei der Planung seien viele Wünsche der Anwohnenden eingeflossen, um einen lebendigen Treffpunkt entstehen zu lassen und den Zusammenhalt im Quartier zu stärken, freute sich Christian Obst, Fachamtsleitung Sozialraummanagement im Bezirksamt Wandsbek bei der Eröffnungsfeier. „Bitte gehen Sie respektvoll mit dem Park um und scheuen sich nicht, andere darauf hinzuweisen“, bat Landschaftsarchitekt Nicolaus von Hantelmann, der sich über vier Jahre mit der Planung beschäftigt hat.

Die Umgestaltung sei fast abgeschlossen. Neben der Einsaat der Rasenflächen werden noch  15 Obstbäume auf der Streuobstwiese gepflanzt, eine Bogenschießanlage eingerichtet und die Wege erhalten Entfernungsmarkierungen für Jogger. Im Sommer steigt das ein großes Einweihungsfest.

Weihnachtshelfer auf der Wache

LANGENHORN Acht kleine Weihnachtshelfer verwandelten eine grüne Tanne im Polizeikommissariat 34 im Wördenmoorweg in einen schmucken Weihnachtsbaum – und das Ganze in nur 20 Minuten.

Die fünf- und sechsjährigen Mädchen und Jungen der Monster-Gang-Vorschulklasse von der Kita Lütte Sternenkieker in Fuhlsbüttel hatten für den großen Tag fleißig Mandalas gemalt sowie Lebkuchen-Männchen, Sterne und Kugeln aus Papier gebastelt, mit denen die Zweige geschmückt wurden. Beim Dekorieren halfen auch die Erzieher Riccardo Cavalone und Volker Riehl sowie die Bürgernahe Beamtin Yvonne Schlegel.

Auf die Frage nach ihren Weihnachtswünschen gab es einige erstaunliche Antworten: Lilla wünscht sich ein Klavier, Adrian Lego, Leni ein Spielpferd, Mattea eine Klangschale, Eva eine Zahnbox, Milla einen Leuchtstern, Pauline eine Blockflöte und Emma ein Spielhandy. Mal schauen, was davon in Erfüllung geht …

Per Fernstudium zur Pastorin

FUHLSBÜTTEL Gute Nachricht im Advent: Nach ihrem dreijährigen Probedienst hat sich Pastorin Annelott Bader entschieden, in der Kirchengemeinde Ohlsdorf-Fuhlsbüttel zu bleiben.

Der Kirchengemeinderat wählte sie einstimmig und am ersten Advent wurde die neue Pastorin offiziell in der Kirche St. Marien durch Propst Dr. Heiko Landwehr eingeführt.

„Ich freue mich, mit Haupt- und Ehrenamtlichen Kirche vor Ort weiterhin lebendig und vielfältig gestalten zu dürfen“, sagt die 49-Jährige und ergänzt: „Ich wünsche uns allen Mut und Kraft, die Veränderungen der Kirche und Gemeinde aktiv zu formen und offen zu sein für Neues.“

Ihr Weg auf die Kanzel war alles andere als gewöhnlich. Zwar hatte sie als Abiturientin mit dem Theologiestudium geliebäugelt, dann jedoch ein Studium als Gebärdensprachdolmetscherin gewählt. „Nach zwölf Jahren freiberuflicher Tätigkeit für Unternehmen, in Kitas und Schulen sowie an der Uni war ich jedoch nicht mehr glücklich“, erzählt Annelott Bader. Jahrelang hatte sie sich ehrenamtlich in der Auferstehungskirche Barmbek engagiert, darunter im Kirchengemeinderat und beim Anleiten eines Glaubenskurses und große Freude empfunden. Da war er wieder, der Wunsch, intensiver in die Theologie einzutauchen.

Mit 40 Jahren absolvierte die zweifache Mutter parallel zum Dolmetschen ein Fernstudium in evangelischer Theologie an der Uni Marburg. „Es hat mich erfüllt und auch erlaubt, vieles in Frage zu stellen“, so die gebürtige Hessin. Nach dem Master-Abschuss schloss sie ein Vikariat in St. Gertrud auf der Uhlenhorst an und wechselte danach für einen dreijährigen Probedienst als Pastorin in die Kirchengemeinde Ohlsdorf-Fuhlsbüttel, der nun in einen Dienst auf Lebenszeit mündete.

„Ich liebe es, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre Geschichten zu erfahren und sie in verschiedenen Lebenssituationen einfühlsam begleiten zu können“, so Bader.

Wie in vielen Gemeinden hat auch die neue Pastorin mit schrumpfenden Mitgliederzahlen zu kämpfen. „Wir können nicht darauf warten, dass die Menschen zu uns kommen. Sie zu erreichen, ist eine herausfordernde Aufgabe. Dafür muss Kirche attraktiver werden, netzwerken und in den Stadtteil gehen.“ Beispiele, die bereits gut funktioniert haben, sind sommerliche Gottesdienste im Alstertal, ein Tauffest am Alsterwanderweg oder Kinoabende in der Kirche. „Ich habe Lust, hier mal etwas Neues auszuprobieren, wie etwa einen Frühstücksgottesdienst oder Taizé-Andachte mit meditativen Gesängen und kurzen Texten als Auszeit vom Alltag“, sagt Annelott Bader.

Viele Menschen seien in den unübersichtlichen Zeiten mit Kriegen und Krisen auf Sinnsuche. „Die Bibelgeschichten sind ein großer Schatz, zwar uralt, haben aber immer auch einen aktuellen Bezug, weil sie existenzielle Fragen behandeln. Und sie bieten Zuversicht, nicht vor dem großen Ganzen zu resignieren, sondern im Kleinen Veränderungen zu schaffen und zu helfen“, so die Kirchenfrau.

Tanzen statt Einradfahren

LANGENHORN Sportlich begabte Kinder und Jugendliche werden an der Stadtteilschule am Heidberg in eigens eingerichteten Sportklassen gefördert. Der Fokus liegt seit Jahrzehnten als Eliteschule des Fußballs auf dem Ballsport sowie auf dem Einradfahren – Letzteres etwas Besonderes in der Hamburger Schullandschaft.

Trotz großer Erfolge wird die Nischensportart im Sommer 2026 ersetzt. „Nach 20 erfolgreichen Jahren möchten wir uns an der Schule neu aufstellen. Ein Schwerpunkt der neuen fünften Klassen liegt künftig auf Tanz – auch damit verfügen wir wieder über ein Alleinstellungsmerkmal“, erklärte Sportklassen-Koordinator Michael Stuhr.

Tanzen sei beim Nachwuchs extrem angesagt – überall werden TikTok-Trends nachgetanzt. Zudem sei Tanzen nicht nur ein Sport, sondern auch ein Ausdruck von Kreativität und Persönlichkeit. Dadurch würde das Angebot deutlich mehr Kinder ansprechen als Einradfahren.

Madita Brandes kümmert sich bereits jetzt um den Probe-Unterricht in den aktuell fünften und sechsten Klassen, die allerdings bis zum Ende des siebten Jahrgangs auch weiterhin mit dem Einrad fahren werden.

Die 27-Jährige ist ausgebildete Tanzpädagogin und setzt auf eine breite Ausrichtung. „Ob K-Pop, Jazzdance oder Hip-Hop – die Schülerinnen und Schüler sollen viele Facetten des Tanzes kennenlernen und Rhythmusgefühl entwickeln. Improvisationen und Choreografien stärken das Selbstvertrauen und den Gemeinschaftssinn“, weiß Manita Brandes. Neben vier Stunden Unterricht pro Woche und Aufführungen etwa bei Schulfesten plant sie Besuche beim Ballett und Theatern – „ich möchte vermitteln, wie vielseitig Tanz ist.“

Am Tag der offenen Tür, 10. Januar, gibt es viele Infos auch über das Angebot der Sportklassen. Interessierte Kinder und Eltern melden sich dann für eine Sichtung; die Anmeldewoche folgt im Februar.

Übrigens bleibt Langenhorn eine Heimat fürs Einradfahren: Der SiB-Club, Kooperationspartner der Stadtteilschule am Heidberg, wird weiterhin Einradkurse anbieten.

Baui-Kinderrat erhält Demokratiepreis

HUMMELSBÜTTEL Der Kinderrat des Bauspielplatzes Tegelsbarg hat eine besondere Auszeichnung erhalten: den Demokratiepreis der Bezirksversammlung Wandsbek.

Als neue Kategorie des Bürgerpreises wurde er erstmals zur Ehrung von Personen, Gruppen oder Initiativen verliehen, die sich für demokratische Werte und sozialen Zusammenhalt engagieren – mit einem Fokus auf junge Menschen unter 26 Jahre.

„In Zeiten, in denen politische Ränder stärker werden, braucht es ein breites zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Marc Buttler. Und das sieht die Jury im Kinderrat, den es bereits seit 2013 auf dem Baui gibt.

Zwei Mal im Jahr werden fünf Mädchen und Jungen zwischen sechs und 14 Jahren sowie ihre Vertreter von der Kinderversammlung aller Baui-Besuchenden gewählt. Der Kinderrat trifft sich regelmäßig mit dem Betreuer-Rat und steht ihm gleichwertig gegenüber. Gemeinsam wird diskutiert und entschieden, wenn es um Wünsche zu Essen, kreativen und sportlichen Angeboten, Feriengestaltung und Anschaffungen geht. „Es ist wichtig, dass Kinder auch aktiv bei der Gestaltung von Regeln für das Miteinander wie etwa der Nutzung von Handys oder Spielgeräten eingebunden werden, damit die auch befolgt werden. Brechen sie die von ihnen aufgestellten Regeln, schaden sich die Kinder selbst“ sagt Einrichtungsleiter Dennis Finnern. „Auf diese Weise fühlen sich die Kinder von Beginn an ernstgenommen und lernen, dass demokratisches Verhalten alle gemeinsam weiterbringt. Diese wichtige Erfahrung nehmen sie mit auf ihren weiteren Lebensweg.“

Aktiv setzten sich die Baui-Kinder auch erfolgreich außerhalb für die Einrichtung ein – etwa für eine Beleuchtung im Tegelsbargpark, für eine entschärfende Verkehrssituation vor dem Bauspielplatz sowie mit diverse Kinderrechte-Projekten.

Das Preisgeld in Höhe von 2000 Euro soll zur Bezuschussung von sozial benachteiligten Kindern für die Ferienreise im Mai 2026 sowie für ein Ferienprojekt verwendet werden.

Schrilles Zeichen gegen Gewalt an Frauen

LANGENHORN Seit gut einer Woche steht eine knallig-orangefarbene Bank vor dem Polizeikommissariat 34 im Wördenmoorweg.

Sie dient als Mahnmal und Symbol steht dafür, dass Gewalt, vor allem im geschützten Raum der Familie, nicht hingenommen und ertragen werden muss. Aufgestellt wurde das ungewöhnliche Möbel, das in der JVA Fuhlsbüttel gefertigt wurde, im Rahmen der UN-Kampagne „Orange the World” am internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, dem 25. November. Es soll Passanten zum Nachdenken anregen und verdeutlichen, dass Gewalt keinen Platz in unserer Gesellschaft hat.

Leider sprechen die Zahlen eine andere Sprache: Alle 45 Minuten wird in Deutschland eine Frau durch ihren Partner gefährlich körperlich verletzt und jeden dritten Tag tötet ein Mann seine (Ex-)Partnerin, teilte die Polizei Hamburg mit. Mit bundesweit 264 942 Opfern Häuslicher Gewalt gab es 2024 einen neuen Höchststand, ergab die polizeiliche Kriminalstatistik.

„Auch in unserem Revier von Fuhlsbüttel bis Langenhorn haben wir es nahezu jeden Tag mit einem Fall von Partnergewalt zu tun“, berichtete Rana Pal-Chowdhury von der Abteilung Prävention und Verkehr im PK 34. Bei entsprechenden Anzeichen wie Verletzungen würde der Mann von den Beamten für zehn Tage der Wohnung verwiesen und das Opfer von der Interventionsstelle intervento bei einem Antrag auf einstweilige Verfügung beim Familiengericht unterstützt. Um bestmöglichen Schutz der Frau zu gewähren, überprüfen die bürgernahen Beamten stichprobenartig das verhängte Betretungsverbot.

„Scham, Hilfslosigkeit und Angst wegen finanzieller Abhängigkeit oder drohendem Verlust des Aufenthaltsstatus sind einige Gründe, warum Frauen oftmals nicht aus der gefährlichen Situation finden“, so Abdullah Shirdel von der Abteilung Beziehungsdelikte des Landeskriminalamtes Hamburg.

Es sei wichtig, die Menschen für das brisante Thema zu sensibilisieren, Opfer als auch Zeugen zu ermutigen, Hilfe zu holen. Die gibt es Tag und Nacht beim bundesweiten Hilfetelefon unter der Nummer 116 016. Weitere Hilfsangebote und -einrichtungen sind darüber hinaus über den QR-Code auf der orangefarbenen Bank zu finden. 

Griffelkunst-Ausstellung in der "Fritze"

LANGENHORN Der Verein Griffelkunst feiert aktuell sein 100-jähriges Bestehen nicht nur mit einer Sonderausstellung in der Hamburger Kunsthalle, sondern auch in der Fritz-Schumacher-Schule in Langenhorn.

Aus guten Gründen, denn der Verein hatte bis 2001 seinen Sitz in dem Gebäude und – noch wichtiger - der Gründer Johannes Böse arbeitete dort, damals noch eine Volksschule, als Kunstlehrer. Seine Vision 1925 war, allen Menschen Kunst zugänglich zu machen, unabhängig von Herkunft und Einkommen. Damit Kunst kein Vorrecht der Reichen ist, erhielten die Mitglieder für einen geringen Jahresbetrag (heute sind es 200 Euro) vier Druckgrafiken von Radierungen, Holzschnitten oder Lithografien ausgewählter Kunstschaffender. Jede Grafik ein Original, das niemals verkauft, sondern höchstens verschenkt werden darf.

Im Gründungsjahr hatte der Griffelkunst-Verein 79 Mitglieder, heute sind es deutschlandweit 4500. Werke von rund 1000 Künstlern, darunter Joseph Beuys, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Peter Doig, wurden „unters Volk“ gebracht.

Wie viele Schulen besitzt auch die Fritz-Schumacher-Schule eine eigene Sammlung von etwa 80 Grafiken. „Dieser Schatz wird im Unterricht genutzt, zumal Kunst ein wichtiger Teil unseres Schulprofis ist – ganz im Sinne von Johannes Böse, der bereits vor 100 Jahren großen Wert darauf legte, Originale schon früh Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen und Kunst erlebbar zu machen“, erläuterte „Fritze“-Rektorin Catherine Lötsch.

In der Ausstellung „druckfrisch“ im Obergeschoss der Schule im Timmerloh sind nicht nur Werke namhafter Künstler zu finden, sondern auch beeindruckende Interpretationen von Schülerinnen und Schülern, die in Workshops, etwa im Museum der Arbeit, nach alten Handtechniken gearbeitet haben.

Die Ausstellung ist bis zum 8. Juli 2026 in der Schulzeit von acht bis 14 Uhr zu sehen – nach Absprache auch nachmittags. Besucher melden sich vorab bitte im Schulbüro unter Telefon 428 79 70 oder per E-Mail an [email protected]

16000 Euro für Nachbarschaftspreise

HAMBURG Ehrenamtliches Engagement ist der Kitt, der die Nachbarschaft zusammenhält. Unter diesem Motto wurde zum siebten Mal der „Hamburg Airport. Bewegt. Nachbarschaftspreis“ verliehen.

Mit 89 eingereichten Projekten gab es einen neuen Rekord. Bei einer Gala in der Aula der Bugenhagenschule Alsterdorf zeichneten Christian Kunsch und Berit Schmitz aus der Geschäftsführung des Flughafens sowie Staatsrat Dr. Christopher Schwieger zehn Initiativen und Vereine in drei Kategorien aus und übergaben symbolische Schecks in Höhe von jeweils 2500, 1500 und 1000 Euro – insgesamt 16000 Euro. Die Spannung war groß, denn erst am Abend der Veranstaltung erfuhren die Institutionen, ob sie auf dem Treppchen gelandet waren.

Der erste Platz im Bereich „Gesellschaft & Soziales“ ging an den Heimfelder Kinder- und Jugendreitverein Meyers Park. Dort lernt der Nachwuchs unabhängig von Herkunft, Sozialstatus oder Behinderung den Umgang mit den Vierbeinern. Ziel ist, Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen und Vertrauen der Kinder zu fördern. Platz zwei belegte die Kindsein-Stiftung, die hamburgweit finanziell benachteiligte Familien mit voll ausgestatteten Schulranzen-Sets unterstützt. Auf den dritten Rang kam Rollstuhl-Erlebnis-Reisen GIAMBO GUG. Für Menschen mit hohem Assistenzbedarf werden kostenlos Ausflüge organisiert – vom Tauchtrip über einen Helikopterflug bis zum Ostseebesuch.

In der Kategorie „Kultur & Sport“ heimste die Circusschule „Die Rotznasen“ den ersten Platz ein. In Sporthallen in Hamm und Altona sowie bei Workshops werden geflüchtete und Hamburger Kinder zu einer multikulturellen Zirkusfamilie. Die Hamburg Hurricanes landeten auf Platz zwei. Der Fußballverein trainiert im Stadtpark in Winterhude und unterstützt seine Mitglieder aus 40 Nationen beim Ankommen in Hamburg, bei Anträgen, der Wohnungs- und Jobsuche und in Krisensituationen. Platz drei ging an das Barmbeker Stadtteilzentrum KulturKlinker für monatliche Spielenachmittage, bei denen Menschen aus ihrer Einsamkeit und Anonymität geholt werden und Gemeinschaft entsteht.

In der Kategorie „Nachhaltigkeit und Umwelt“ siegte die NABU-Arbeitsgruppe Rahwegpark & Tarpenbek, die in Niendorf ein kleines Uferschutzgebiet pflegt und Totholzhecken als Lebensraum für Amphibien und Kröten errichtet. Platz zwei erreichte der Never Give Up Förderverein aus Horn. An verschiedenen Orten in Hamburg erleben Kinder von vier bis zehn Jahren mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung die Natur als freien Lern- und Erlebnisraum. Auf den dritten Rang kam die Lebenshilfe Norderstedt. Beim Projekt „Upcycle – zusammen werkeln“ bauen Menschen mit Beeinträchtigung Möbel wie Paletten-Klappstühle und Schlüsselbretter aus recyceltem Holz.

Ein Sonderpreis ging an die Winterhuder Spritzenleute. Sie planen kostenlose Trainingskurse für lebensrettende Erste Hilfe-Maßnahmen wie Herzdruckmassage. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro fließt in die Anschaffung einer 3000 Euro teuren Reanimationspuppe.

Eine Waldfee erzeugt viel Zuversicht

LANGENHORN In der Adventszeit darf für viele Familien der Besuch eines Weihnachtsmärchens nicht fehlen. Die Börner Speeldeel bringt bis Anfang Dezember „Holla, die Waldfee“ auf die Bühne des LaLi in der Tangstedter Landstraße 182a.

Das Stück für Kinder ab vier Jahren haben wieder Helga Hofmann-Sieber und Timo Sieber geschrieben, die seit zwei Jahren zur Theatergruppe der Fritz-Schumacher-Siedlung gehören.

Das Märchen spielt in einem Feenwald, in dem Waldfeen und Wildlinge in tiefer Freundschaft leben. Doch die ist bedroht, denn alle 100 Jahre spielen die friedliebende Harmonia und die niederträchtige Eris in ihrer Wolkenloge um die Herrschaft des Feenwaldes. Und dabei geht es nicht fair zu. Durch Eris Mogeleien und Zaubereien vergessen Feen und Wildlinge ihre Freundschaft und entfremden sich. Nur Holla spürt tief in ihr, dass etwas fehlt.

Mit einem von Harmonia geschenkten Hoffnungsfunken zieht sie los, um Drachen zu bezwingen und die verlorene Freundschaft zurückzuholen. Auf ihrer abenteuerlichen Reise besiegt sie die Zweifel der Waldbewohner und steckt sie mit ihrem offenen Herz, mit Mut und der Hoffnung an, dass sich Dinge zum Positiven verändern lassen.

„Es passiert aktuell so viel in der Welt, das vielen Menschen Sorgen bereitet. Mit unserem Theaterstück möchten wir zeigen, dass man die Zuversicht nicht verlieren darf. Jede Zuschauerin, jeder Zuschauer soll sich einen Hoffnungsfunken mit nach Hause nehmen“, sagt das Autoren-Duo.

Magisch, lustig und optimistisch ist das Märchen, das von acht erwachsenen und fünf jungen Darstellenden auf die Bühne gebracht wird. Ulrich Seyfried hat wieder exklusive Musik komponiert und Beate Jürgensen kreierte abermals prächtige, fantasievolle Kostüme. Manche Börner werden einige Teile wiedererkennen, denn sie stammen von diversen Flohmärkten in der Siedlung sowie vom Broder-Hinrick-Basar …

Premiere von „Holla, die Waldfee“ ist am Freitag, 28. November, um 17 Uhr. Weitere Vorstellung sind am Samstag, 29.11., um 14 und 17 Uhr, am Sonntag, 30.11., um 14 und 17 Uhr, am Freitag, 5.12., um 17 Uhr, am Samstag, 6.12., um 14 und 17 Uhr sowie am Sonntag, 7.12., um 14 Uhr.

Karten für sechs Euro gibt es in der Bücherstube am Krohnstieg, bei Blumen Engebrecht, im Weinhaus am Stadtrand, im Genossenschaftsbüro sowie online unter www.boerner-speeldeel.de. 

Zuschuss für Renovierungsarbeiten

FUHLSBÜTTEL Der Albtraum jedes Mieters oder Hausbesitzers: Die Geschirrspülmaschine läuft unbemerkt aus und verursacht einen großen Schaden. Dem Stadtteilkulturverein „Backstube“ ist genau das vor vier Wochen passiert.

In einer Nacht löste sich der Ablaufschlauch und mehrere Kubikmeter Wasser fluteten die Küche des Vereinsheims Im Hasenberge 48. „Das Parkett ist großflächig aufgequollen und die Küchenschränke standen unter Wasser. Beides muss ersetzt werden und einen neuen Geschirrspüler brauchen wir auch“, erzählt die Vereinsvorsitzende Nicola Kleist. Die Gesamtschadensumme beträgt rund 8000 Euro.

Finanzielle Unterstützung kommt von der Haspa. Jedes Jahr schüttet das Geldinstitut beim LotterieSparen rund 2,4 Millionen Euro für gemeinnützige Einrichtungen in Hamburg aus. Die „Backstube“ hatte sich für die Anschaffung von zehn Stühlen, Sonnenschirm und Gartengarnitur beworben, doch die Behebung des Schadens hat Priorität. Christine Artamonova, Haspa-Filialleiterin im Erdkampsweg, zeigte Verständnis für den geänderten Verwendungszweck und so erhält der Verein mit 1000 Euro einen Zuschuss für die Renovierungsarbeiten, die Mitte Dezember starten sollen. „Wir sind sehr dankbar; zudem haben wir 50 Stühle aus einer Büroauflösung geschenkt bekommen“, freut sich Nicola Kleist.

Der Stadtteilkulturverein „Backstube“ besteht seit 45 Jahren und bietet pro Woche rund 20 Sprach-, Musik- und Sportkurse, Chor und Meditation an. An den Wochenenden stehen die Räumlichkeiten für Workshops zur Verfügung und können für Geburtstage und andere Feierlichkeiten gebucht werden. Infos unter www.backstube.hamburg.

Den Künstler in sich wecken

FUHLSBÜTTEL Danila Kreitz und Katharina Kammin haben sich einen Traum erfüllt: ein gemeinsames Atelier. Im Ratsmühlendamm 25, direkt neben der Bücherhalle, sind die Künstlerinnen seit einem Jahr kreativ zuhause. Dort wird gemalt und gelacht, ausprobiert und entdeckt.

„Kreativität ist eine Art von Meditation, die alle Lebensbereiche beflügelt“, findet die 34-Jährige Fuhlsbüttlerin Katharina Kammin und Danila Kreitz ergänzt: „Farben tun der Seele gut, sie beruhigen und lassen den hektischen Alltag verstummen.“ Die 33-Jährige gebürtige Rostockerin weiß als bekennender Marketing-Workaholic, wovon sie spricht. „Yoga hilft mir nicht zum Runterkommen, aber das Malen.“

Wer an der großen Glasfront des Atelier D&K vorbeigeht, kann den beiden beim Entstehen ihrer abstrakten, farbintensiven Werke zuschauen. Nicht selten wird großformatig auf dem Boden gemalt, wobei Danila Kreitz lediglich ihre Hände statt Pinsel einsetzt.

Neben Auftragswerken entstehen Bilder, die den Betrachter berühren. Manches Motiv hat schon das Herz eines Passanten gewonnen und schmückt nun eine Wohnung oder ein Haus.

Doch die beiden Künstlerinnen leben nicht nur ihre Leidenschaft – sie möchten sie mit anderen teilen. So öffnen sie ihr Atelier etwa für kreative Geburtstagsfeiern, für Kinderworkshops sowie für DIY-Workshops, in denen gemalt oder Armbänder, Mandalas, Papiersterne oder Kerzen entstehen. „Wir möchten alle einladen, den Alltag für ein paar Stunden hinter sich zu lassen und der Kreativität freien Lauf zu lassen“, betont Katharina Kammin. Wichtig sei, dass es keinen Ergebnisdruck gäbe, es ginge vor allem ums Experimentieren, denn in jedem Menschen schlummere ein Künstler und der werde etwa beim monatlichen Angebot „Paint & Relax“ geweckt. 

Reguläre Öffnungszeiten gibt es im Atelier D&K nicht. „Wir sind kein konventionelles Ladengeschäft. Wenn wir da sind, einfach reinkommen, umschauen und inspirieren lassen“, so Danila Kreitz.

Zum Kennenlernen eignet sich auch die „Offene Ateliertür“ am Freitag, 28. November, von 11 bis 18 Uhr sowie am 12. Dezember von 11 bis 16 Uhr. Am 5. und 6. Dezember veranstalten die Künstlerinnen zudem ein „Atelier Adventsleuchten“ jeweils von 15 bis 21 Uhr mit Punsch und heißer Schokolade. In gemütlicher Atmosphäre können Besucher handgemachte Kunst anschauen, Weihnachtsgeschenke entdecken sowie in einer Mal- und Bastelecke kreativ werden.

Weitere Infos gibt es unter www.atelierdk.de.

Landhaus wird Beautyfarm

FUHLSBÜTTEL Seit 2020 steht das Landhaus Fuhlsbüttel an der Kreuzung Brombeerweg/Ratsmühlendamm leer. Doch nun tut sich wieder etwas an und in dem historischen Gebäude.

Das denkmalgeschützte Schmuckstück ist seit Kurzem eingerüstet und am Briefkasten klebt der Name des neuen Betreibers : LuxsFace Beauty Palace GmbH. Areso Hassanzade möchte hier eine Schönheitsfarm einrichten. Die Kosmetikerin betreibt bereits in Steilshoop einen Salon für Kosmetikbehandlungen, Hair- und Make-up-Styling, Visagistik sowie Brautstyling.

1900 an dem damals kleinen Dorfplatz erbaut, wurde das Gebäude zunächst als Krämerladen und Gaststätte genutzt. Ab 1912 wurden auch Fremdenzimmer vermietet. Die Lage unweit des Alsterlaufs zog schon damals viele Ausflügler an. Bis in die 2000er Jahre machte sich das Landhaus Fuhlsbüttel als „Haus der Familienfeiern“ einen Namen. Zahlreiche Konfirmationen, Geburtstage, Hochzeiten, Trauer- und Weihnachtsfeiern wurden ausgerichtet.

Doch seit fünf Jahren verwahrloste das Gebäude. Scheiben wurden eingeschlagen und der Parkplatz wurde als Müllplatz missbraucht. Nun stehen lediglich ein paar Paletten vor der Hauswand und es ist augenscheinlich noch einiges zu tun. Wann mit der Neueröffnung zu rechnen ist, steht nicht fest. „Das Denkmalschutzamt befindet sich aktuell mit der Eigentümerin in Klärung der Baumaßnahmen zur Fenster- und Fassadensanierung. Sobald alles geklärt ist und ein Antrag auf Genehmigung vorliegt, können die vorgesehenen Arbeiten umgesetzt werden“, erklärt Marianne Kurzer vom Denkmalschutzamt Hamburg. 

Ein Tauschhaus für Fuhlsbüttel

FUHLSBÜTTEL Die Zukunft mit gemeinsamen Nachbarschaftsprojekten nachhaltig zu gestalten, ist das Ziel des Vereins Futopia.

Als Plattform für umweltbewusste und Ressourcen schonende Lebensweisen will die Initiative gemeinschaftsorientierte Ideen entwickeln und Mitwirkende für entsprechende Projekte zusammenbringen.

Einen Gemeinschaftsgarten, ein regelmäßiges Textil-Repair-Café sowie eine Kleidertauschbörse gibt es bereits – nun soll ein Tauschhaus mit der Größe eines Gartenhäuschens Realität werden.

Gut erhaltene Bücher, CDs, Geschirr, Hausrat, Modeschmuck und Kleidung sowie Spielzeug und Deko-Artikel sollen niedrigschwellig und kostenlos weitergegeben werden und anderen Menschen eine Freude machen. Tabu sind lediglich Elektrogeräte, Möbel und Nahrungsmittel.

„Es gibt viele positive Beispiele aus anderen Stadtteilen, sodass auch wir in Fuhlsbüttel ein Tauschhaus etablieren möchten, das Nachhaltigkeit und Nachbarschaft bestens verbindet“, erläutert Janne Graf, eine von 20 Futopia-Mitgliedern. Idealerweise soll das Tauschhaus an einem zentralen Ort stehen, an dem viele Menschen vorbeikommen – wie etwa die Marktfläche am Ratsmühlendamm.

Doch bevor die Planungen konkreter werden, braucht die Initiative Mitwirkende, die sich verbindlich engagieren möchten. „Entscheidend ist, dass wir zunächst ein Betreuungskonzept für das Tauschhaus aufbauen, bei dem sich ehrenamtlich Unterstützende um Ordnung, Sauberkeit und Pflege des Objektes kümmern wollen. Je mehr Leute mitmachen, desto entspannter sind die Aufgaben – schließlich soll Ehrenamt Spaß machen“, so Janne Graf.

Wer Interesse hat, sich bei dem gemeinschaftsstärkenden Projekt zu beteiligen, kommt am 10. November um 18.30 Uhr zum offenen Treffen von Futopia in den „Anleger 7“ in der Hummelsbütteler Landstraße 7, das jeden zweiten Montag im Monat dort stattfindet. Informationen gibt (blu) es auch auf der Homepage unter www.futopia-nord.de. 

Start für Börner Künstlertreff

LANGENHORN Am 21. und 22. Februar 2026 findet der nächste Börner Künstlertreff im LaLi Kulturhaus statt. Das beliebte Event hat sich seit 2008 einen Namen in der Kunstszene gemacht und lockt immer viele Besucher an.

Ab sofort können sich Kunstschaffende aus dem Norden Hamburgs für einen der begehrten Ausstellungsplätze bewerben, die aus Stellwänden mit zwei Meter Breite und 1,80 Meter Höhe bestehen. Kostenpunkt: 80 Euro.

Gemälde verschiedener Maltechniken, Zeichnungen, Skulpturen und Objektkunst, Fotografie und Druckgrafiken sind für die zweitägige Ausstellung zugelassen – kunsthandwerkliche Arbeiten dagegen nicht.

Bis zum 15. Dezember können sich Interessierte mit mindestens drei Abbildungen ihrer auszustellenden Exponate per E-Mail bewerben unter [email protected] oder über das Kontaktformular der Homepage https://www.gemeinschaft-fss.de/kuenstlertreff/ – dort gibt es auch weitere Informationen über das Event. 

Chef von einer Million Mitarbeiterinnen

LANGENHORN Dennis Lautenschlager ist Chef von über einer Million Mitarbeiterinnen, die für ihn flüssiges Gold produzieren. 13 Bienenvölker hält der Hobby-Imker im Garten seines denkmalgeschützten Häuschens in der Fritz-Schumacher-Siedlung.

„Als ich mit meiner Familie 2008 hergezogen bin, wollte ich den Garten für etwas Sinnvolles nutzen außer für Pool und Grillplatz“, erzählt der 47-Jährige. Er begann über Bienen zu lesen, war fasziniert von den fleißigen Insekten, belegte Kurse an der Imkerschule in Bad Segeberg und startete 2011 mit drei Völkern im eigenen Garten.

„Bienen sind wichtig für den Naturschutz und die Bio-Diversität, denn ohne ihre wichtige Bestäubungsleistung gäbe es für Menschen und Tiere keine Nahrung“, bekräftigt Dennis Lautenschlager.

Sein summendes Hobby hat er inzwischen auf bis zu 30 Völker ausgeweitet. Die „Beute“ genannten Kisten stehen mittlerweile auch in der Kleingartenanlage Langenhorn-Nord als auch an Feldrändern im schleswig-holsteinischen Bargfeld-Stegen und Elmenhorst.

Aktuell kann der Imker kürzertreten; die Bienen sind mit Zuckersirup versorgt und in der Winterruhe. Doch mit dem Start der Honigernte Ende Mai wird es wieder arbeitsintensiv. Da will der Familienurlaub klug geplant sein. „Ein guter Imker kontrolliert im Sommer etwa alle zehn Tage seine Völker – das lässt sich alles organisieren“, betont der Langenhorner optimistisch.

30 Kilogramm erntet er pro Volk im Jahr – und immer schmeckt der Honig anders. Vier verschiedene Sorten hat er im Angebot: Rapshonig, Mischblütenhonig, Lindenblütenhonig und Taulindenhonig – je nachdem, wo die Bienen den Nektar gesammelt haben.

Die Naturverbundenheit prägt den sportlichen Familienvater, der als Kraftwerker in Billbrook arbeitet. Jeden Tag legt er die Strecke von 40 Kilometern mit dem Rad zurück. „Ich bin eben gerne draußen“, sagt er lächelnd. Vor und nach Dienstschluss kümmert er sich um seine Bienen. „Es ist erfüllend mit ihnen zu arbeiten, zudem ich als Lohn ein großartiges Naturprodukt erhalte.“

Die Garage hat er vor Jahren zur Imker-Werkstatt umgebaut. Hier stehen Edelstahlbehälter, eine Honigschleuder und eine Abfüllanlage. Längst produziert Dennis Lautenschlager nicht mehr ausschließlich für den Eigenbedarf. Die Nachfrage nach dem „Börner Gold“, wie der Honig von den Bewohnern der Fritz-Schumacher-Siedlung genannt wird, ist riesig. Kein Wunder, der naturreine Regionalhonig erfüllt schließlich die hohen Qualitätsanforderungen des Imkerbundes.

Wer ihn kosten möchte, bekommt den Honig bei Familie Lautenschlager im Borner Stieg 3 und auch bei Edeka am Langenhorner Markt steht das „Börner Gold“ im Regal.

Endlich wieder malen

HAMBURG-NORD Das Malen gehört zu ihrem Leben – vor allem große Formate haben es der Künstlerin Karin Petereit angetan.

17 Jahre war die Wahl-Hamburgerin aktives Mitglied im Kunstverein Kettenwerk in Langenhorn, arbeitete dort in ihrem Atelier und begeisterte in vielen Ausstellungen Norddeutschlands Besucher mit ihren farbintensiven Werken.

Petereits Leidenschaft fing von Kindesbeinen an, das Abiturfach Kunst schloss sie mit Note eins ab, dann ging es auf die Kunsthochschule Braunschweig, anfangs mit Pädagogik auf Lehramt, ehe sie zur freien Kunst wechselte.

Das Leben nahm verschlungene Wege, „doch die Kunst ist meine größte Konstante“, sagt Karin Petereit, die später als Ergotherapeutin arbeitete. In 45 Jahren entstanden Hunderte Werke – bis die gebürtige Niedersächsin vor zwei Jahren alles auf null fahren musste, um sich um ihre pflegebedürftigen Eltern zu kümmern. „Das kostete Kraft und Zeit, doch nun ist wieder Freiraum da und ich kann es kaum erwarten, endlich wieder malen zu können. So viele Themen haben sich angesammelt, die realisiert werden wollen“, sagt die 63-Jährige euphorisch.

Was ihr fehlt, ist ein Atelierraum. In ihrer Ein-Zimmer-Wohnung in Barmbek-Nord ist definitiv kein Platz für kreatives Schaffen. „Ich wünsche mir einen hellen, etwa 20 Quadratmeter großen Raum mit hoher Decke – am liebsten im nördlichen oder östlichen Stadtgebiet. Ob im Gewerbegebiet, auf einem Privatgrundstück oder in einer Gemeinschaftsanlage – ich bin für alles offen, sofern es monatlich maximal 350 Euro kostet“, betont Karin Petereit.

Bei Ateliergemeinschaften und Kreativgesellschaften hat sie sich bereits beworben – „bisher leider erfolglos, denn der Bedarf bei Künstlerinnen und Künstlern nach Räumlichkeiten in Hamburg ist riesengroß, aber vielleicht habe ich Glück über das Hamburger Wochenblatt.“

Früher malte sie Figürliches und Porträts, heute sind es Emotionen und grandiose Naturmomente – „die Bilder habe ich im Kopf, ich spüre die Farben und es macht mich frei und glücklich, sie auf die Leinwand zu bringen.“ Hoffentlich schon bald wieder.

Wer der Künstlerin eine Räumlichkeit anbieten möchte, sendet gerne eine E-Mail an [email protected]. Infos über sie gibt es auf ihrer Homepage unter www.karinpetereit.de.

Nebelmaschine, Tischkicker, Sportgeräte

LANGENHORN Über unerwarteten Geldsegen durch das Haspa LotterieSparen können sich jedes Jahr viele Hamburger Vereine und gemeinnützige Institutionen freuen. 50 sind es in der Region Nord, die aktuell insgesamt 125000 Euro für lokale Projekte erhielten. Vier von ihnen sind in und um Langenhorn beheimatet und erhielten jeweils 1000 bis 3000 Euro.

Daniel Brattke, Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Langenhorn, kann für das Einsatztraining eine neue Nebelmaschine sowie drei Reanimationspuppen, darunter in der Größe eines Erwachsenen eines Kindes und eines Babys anschaffen, an denen 20 junge Feuerwehrleute im Alter von zehn bis 17 Jahre Erste Hilfe üben können.

Der Oberalster Verein für Wassersport plant deutlich weiter in die Zukunft. „Die Finanzierung unseres neuen Vereinsheims ist gesichert und der Neubau soll im kommenden Jahr beginnen“, erzählte Manfred Brüggemann. Stattliche drei Millionen Euro wird das Gebäude kosten – „da freuen wir uns über eine Finanzspritze der Haspa für die Ausstattung des neuen Jugendraums etwa mit einem Tischkicker, oder was sich unsere Jugendlichen sich wünschen.“

Inken Asbahr vom Sportclub Langenhorn-Alstertal (SCALA) beobachtet einen Trend für den Outdoorsport – „auch weil zu wenig Dreifeldsporthallen in Hamburg zur Verfügung stehen.“ An der Lüttkoppel werden daher nach und nach attraktive Outdoor-Sportgeräte aufgestellt, die in Kursen integriert, aber auch von allen Sportbegeisterten aus dem Stadtteil kostenlos genutzt werden dürfen.

Auch der Verein Hund-Mensch-Team, der im Ostfalenweg am Flughafen seine Anlage hat, wurde von der Haspa bedacht. Über 70 Mitglieder trainieren dort Grundgehorsam, betreiben Schutzhunde- und Hundesport wie Rally-Obedience und bestreiten Turniere. „Wir möchten das Geld für die Renovierung unseres Vereinsheims nutzen“, sagte Andrea Paulsen.

Thorben Hesel, Filialleiter am LaHoMa, übergab die Geldgeschenke erstmals im Rahmen des „Langenhorner Stammtisches“ und ermunterte Verantwortliche für lokale Vereine und Organisationen, sich für die nächste Ausschüttungsrunde zu bewerben – „leichter und niedrigschwelliger kann man zum Gemeinwohl nicht an eine Förderung kommen.“

Informationen gibt es auf der Homepage www.haspa-insider.de/foerdermittel-lotteriesparen/.

Neue Langenhorner Wehrführung

LANGENHORN Die Freiwillige Feuerwehr Langenhorn hat mit David Boltz und Marius Schuppenhauer eine neue Wehrführung.

Der 33-jährige David Boltz ist vom Dienstgrad Brandinspektor und war bereits fünfeinhalb Jahre Wehrführer-Vertreter. Er übernimmt die Leitung von Knut Bölke, der mit Erreichen des Höchstalters von 60 Jahren in die aktive Einsatzabteilung wechselt.

„Bereits von Geburt an bin ich mit der Feuerwehr verbunden und mit ihr großgeworden. Schon mein Vater Oliver war viele Jahre Wehrführer-Stellvertreter. Ich bin allerdings erst 2009 mit 17 Jahren eingetreten, da es bei uns damals noch keine Jugendabteilung gab“, sagt der Langenhorner, der beruflich als Servicetechniker für sicherheitstechnische Anlagen tätig ist.

Was ihn an der Freiwilligen Feuerwehr reizt und motiviert? „Neben meinem ‚Helfersyndrom‘ ist es vor allem das Adrenalin bei den Einsätzen und der Reiz des Ungewissen, was einen vor Ort erwartet.“ Ob Gartenfest, Geburtstagsfeier oder Heiligabend – wenn der Pieper wegen einer Alarmierung geht, lässt Daniel Boltz alles stehen und liegen – seine Familie und Freunde kennen es nicht anders. „Innerhalb von fünf Minuten müssen wir am Feuerwehrhaus in der Tangstedter Landstraße 139 sein, um ausrücken zu können“, erklärt Boltz.

Dessen bisherigen Stellvertreterposten hat nun Marius Schuppenhauer übernommen. Bisher war der 34-jährige Gerätewart. Auch der Hauptbrandmeister ist mit Blaulicht aufgewachsen – beide Elternteile sind Polizisten. Mit zwölf Jahren kam er zur Feuerwehr und nach dem Umzug nach Langenhorn 2012 in die Einsatzabteilung unweit des Langenhorner Marktes. „Anderen helfen zu können, zumal in wertvoller Teamarbeit, treibt mich an. Für mich ist die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren eine organisierte Form von aktiver Nachbarschaftshilfe, auf die sich jeder verlassen kann“, sagt Marius Schuppenhauer. Hauptberuflich arbeitet er als Schadenregulierer.

Als neues Führungsteam haben beide Männer die Verantwortung für Ausbildung und Einsätze von 25 Aktiven zwischen 18 und 40 Jahren, für 20 Nachwuchskräfte von zehn bis 17 Jahren in der Jugendabteilung sowie für 25 Mitglieder in der Ehrenabteilung. Das Einsatzgebiet erstreckt sich vom Südrand des Flughafens bis zum Eiscafé Jacobs in der Tangstedter Landstraße sowie vom Krohnstieg bis zur Flughafenstraße und umfasst gut 30000 Bewohnerinnen und Bewohner im Stadtteil.

Im Schnitt werden 200 Einsätze pro Jahr „gefahren“, wobei 95 Prozent Brandmeldeanlagen ausmachen, die vorwiegend durch Fehlalarme ausgelöst werden. Schwere Verkehrsunfälle seien selten, eher gäbe es Einsätze nach Unwettern.

Damit die Freiwilligen Feuerwehren weiterhin einsatzfähig bleiben können, braucht es Ehrenamtliche – auch auf der Langenhorner Wache. „Interessierte Bewerber sollten Motivation und technisches Interesse mitbringen und können gerne dienstags von 19 bis 21.30 Uhr an unserem Dienstabend zum Kennenlernen vorbeikommen“, sagt David Bolz einladend.

 

Am Samstag, 8. November, bringt die Freiwillige Feuerwehr Langenhorn den Stadtteil zum Leuchten. Ab 16 Uhr findet wieder das stimmungsvolle Lichterfest mit kulinarischen Leckereien und anschließenden um 18 Uhr ein Laternenumzug statt. 

Umweltsenatorin war aktiv im Raakmoor

LANGENHORN Die NABU-Gruppe Langenhorn/Fuhlsbüttel erhielt vergangenen Samstag tatkräftige Unterstützung von Umweltsenatorin Katharina Fegebank (Grüne).

Im Raakmoor wurde „entkusselt“ und dabei invasive Baumschösslinge etwa von der Traubenkirsche entfernt, denn jeder von ihnen entzieht dem Moor täglich bis zu 100 Liter wertvolles Wasser.

Mit Feuereifer waren auch die sechsjährigen Zwillinge der Zweiten Bürgermeister dabei. Ava Felizia und Carla Valentina hatten großen Spaß, mit Säge und Astschere im Unterholz „aufzuräumen“ – ebenso wie Jonte (9) und Lukas (6) aus Poppenbüttel. „Wir machen bereits zum dritten Mal als Freiwillige beim Moor-Aktionstag mit“, erzählte deren Mutter Maya Pfau. „Moore sind Klimaschützer und benötigen unsere Hilfe, um ihre wichtige Aufgabe erfüllen zu können. Unsere Kinder lernen auf diese Weise viel über Pflanzen, sind an der frischen Luft und abends sehr schön müde.“

Familie Pfau gehörte zu den insgesamt 30 Freiwilligen und Ehrenamtlichen, die sich für den Arbeitseinsatz gemeldet hatten. „Wir brauchen deren Engagement für den Naturschutz“, betonte Malte Siegert, Vorsitzender des NABU Hamburg – mit 18 Stadtteilgruppen und über 30000 Mitgliedern der größte Umweltverband der Stadt. 30 von 38 Naturschutzgebieten werden von den Aktiven betreut, darunter in Langenhorn das Raakmoor sowie das Rothsteinsmoor.

Auch Umweltsenatorin Fegebank zollte den freiwillig Helfenden großen Respekt und versprach dem NABU-Ortsgruppen-Team, bei der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) „sanften Druck“ hinsichtlich der Umsetzung eines hydrologischen Gutachtens von 2022 auszuüben. An der Hummelsbütteler Landstraße möchte der NABU nämlich einen Schilfgürtel anlegen, um Schadstoffeinträge der Ackerflächen zu filtern, bevor sie das Moor erreichen.

Kunst am LaHoMa

LANGENHORN Für zwei Wochen entsteht im Einkaufszentrum LaHoMa eine Pop-up-Galerie. Vom 13. bis 25. Oktober präsentieren sieben renommierte Künstlerinnen der Gruppe ART ROOM ihre vielfältige und beeindruckende Kunst verschiedener Genres.

Auf der Ladenfläche zwischen der Volksbank und „Dat Backhus“ erwarten die Besucher Aquarell-, Öl- und Acrylmalerei, Zeichnungen, Drucke, Collagen, Grafiken und Fotografien.

Mit dabei ist die Deutsch-Finnin Kirsi Zühlke. Als Privatdozentin stellt seit 1982 im In- und Ausland aus und hat diverse Bücher zum Thema Aquarellmalerei veröffentlicht. Gabriele Merl bemalt Leinwände in surrealistischem Stil, während die Duvenstedterin Hanne Weber bekannt ist für farbkräftige Hamburg-Motive. Heidi Klees Acrylbilder sind mal abstrakt, mal gegenständlich. Petra Suplie hat sich dagegen der realistischen Ölmalerei verschrieben mit Küstenlandschaften, Dünen und Wasser als Lieblingsmotive.

Christiane Alegria setzt sich seit 30 Jahren mit unterschiedlichen Maltechniken auseinander. Die Langenhornerin ist Kuratorin im Niendorfer „Berenberg-Gossler-Haus“ und organisiert den „Börner Künstlertreff“, bei dem alle Künstlerinnen bereits ausgestellt haben. Unter anderem auch dort begeisterte Claudia Luise Meyer mit ihren stimmungsvollen Fotografien.

Die Pop-up-Galerie ist montags bis freitags von 12 bis 18 Uhr sowie samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. 

Vokabeln an der Kletterwand lernen

LANGENHORN Englischvokabeln an der Kletterwand lernen? Mathegleichungen in der Bohnenkiste lösen? An der Stadtteilschule am Heidberg wurde ein Multifunktionsraum eingeweiht, der besondere Anforderungen für individuelles Lernen erfüllt.

Neben einer riesigen Kletterwand gibt es auf 40 Quadratmetern eine Sprossenwand mit einer Rollenrutsche und weiche Judomatten, von der Decke baumelt eine Hängematte, Kuschelkissen laden zum Entspannen ein und vor dem Fenster steht eine große Holzbox, gefüllt mit 400 Kilogramm getrockneten weißen Bohnen.

„Die Idee entstand aus der Beobachtung der Schülerinnen und Schüler. Einige benötigen aufgrund ihrer Neurodiversität, ihrer emotionalen oder sozialen Problemlagen oder individueller Lernvoraussetzungen ein anderes Setting. Sie lernen besser in Bewegung, benötigen eine Förderung ihrer Wahrnehmungsfähigkeit zur Motivation oder brauchen Auszeiten und Ruhe“, erklärt Sonderpädagogin Denise Sell.“

So fördert etwa das Eintauchen der Füße in die Bohnenkiste die tiefensensible Wahrnehmung und der Bewegungsdrang hilft spielerisch, Vokabeln oben an der Kletterwand „abzuholen“. „Der Raum ist allerdings nicht zum Toben oder Chillen gedacht, sondern zum Lernen in einem anderen Kontext“, betont Denise Sell.

Als Schwerpunktschule für Inklusion muss die Stadtteilschule am Heidberg allen Schülerinnen und Schülern gerecht werden. Von insgesamt 800 haben immerhin 150 Mädchen und Jungen einen besonderen Förderbedarf.

50000 Euro hat der neue Multifunktionsraum gekostet. „Für uns ist er ein Pilotprojekt, um den Neubau, mit dem es 2027 losgehen wird, entsprechend zu planen und auszustatten“, sagt Schulleiter Philipp Semerak.

Das Gymnasium Langenhorn wächst

LANGENHORN Das Gymnasium Langenhorn im Grellkamp nennt sich „Schule in Bewegung“. Das gilt nach innen und nach außen, denn jetzt wurde das Richtfest für den Neubau gefeiert.

In Räumen für Oberstufe, naturwissenschaftlichen Fachunterricht und Verwaltung sowie einer Mensa, Cafeteria und Aula mit Tanzparkett (!) sollen künftig rund 800 Schülerinnen und Schüler auf dem Gelände modernen Unterricht erhalten. Aktuell sind es etwa 210 Gymnasiasten der fünften bis siebten Klasse, die mit der Neugründung der Schule 2023 zunächst in einem standardisierten Fertigbau des Modells „Hamburger Klassenhaus“ untergebracht wurden.

„Das neue Gebäude wird das Herz unserer Schule, ein Ort der Begegnung, der Bewegung und des Lernens“, freute sich Schulleiterin Monika Renner.

18 Millionen Euro lässt sich die Stadt Hamburg den individuell ausgestatteten Neubau kosten, der voraussichtlich im Herbst 2026 bezogen werden kann. Das Gebäude mit 4000 Quadratmetern entsteht in Hybridbauweise. Das Erdgeschoss wird konventionell, das Obergeschoss in Holzbauweise errichtet. Neben einer Fassade aus Holzlamellen wird es ein Gründach geben. In den Pausen können sich die Schülerinnen und Schüler in einem Niedrigseilgarten, auf einem Sinnespfad und einer Kletterspinne sowie auf einem modernen Pickletennisfeld austoben. Parallel wird eine neue Zweifeld-Sporthalle mit Besuchergalerie gebaut.

„Die Neugründung des Gymnasiums Langenhorn war ein wichtiger Schritt für den florierenden Stadtteil und für die Familien und Kinder, die hier leben. Der Neubau ist ein weiterer Meilenstein für die wachsende Schulgemeinschaft“, sagte Bildungssenatorin Ksenija Bekeris und zeigte sich besonders beeindruckt von den Tanzeinlagen der engagierten Lehrerschaft zum Schul-Song „Spring“ von Wincent Weiss. 

Ballett-Legende geht in den Ruhestand

HUMMELSBÜTTEL Plié, Relevé, Arabesque – Margarete Wolgast hat mehreren Generationen Spaß an Ballett und Bewegung vermittelt. Über 40 Jahre leitete sie Kinder- und Erwachsenengruppen im Hummelsbütteler Sportverein. Nun wurde die Grande Dame mit stolzen 93 Jahren verabschiedet – mit Blumen, Geschenken, goldener Ehrennadel und Ehrenmitgliedschaft.

Nicht, dass Margarete Wolgast dem Training in ihrem hohen Alter körperlich nicht mehr gewachsenen wäre. „Es finden sich einfach nicht mehr genügend Teilnehmerinnen, sonst hätte ich weitergemacht“, bedauert die agile Seniorin.

Am Lübecker Stadttheater erhielt sie eine klassische Ballettausbildung und tanzte viele Jahre in der Kompagnie. Ihre exzellente Haltung und ihr Gang können die Tänzerinnenkarriere auch heute nicht verleugnen, und um ihre schlanke, sportliche Figur beneiden sie sogar junge Frauen.

„Ballettunterricht fördert Körperbeherrschung und Beweglichkeit, die entscheidend sind für eine lange Gesundheit“, ist sich Margarete Wolgast sicher.

Eines war ihr immer wichtig: Ihren Kursteilnehmern – ob klein oder groß – das Tanzen mit Spaß und ohne Drill zu vermitteln.

Eine, die schon von Kindesbeinen an bei der Ballett-Legende des Hummelsbütteler SV Unterricht genommen hat, ist Susanne Schröter. „Mit 13 Jahren habe ich angefangen, weil meine Mutter fand, dass ich wie ein Bauer ginge“, erinnert sich die 56-Jährige. Bis zum Spitzentanz hat sie es dank Margarete Wolgast gebracht. Auch wenn die Schuhe schon lange im Abstellraum liegen, fuhr die Marienthalerin bis jetzt jeden Dienstagnachmittag eine Stunde per Bus zur „tänzerischen Gymnastik für Frauen ab 50 Jahren“. „Es hat immer großen Spaß gemacht und ich bin traurig, dass es nun vorbei sein soll – zumal mich Frau Wolgast fast mein ganzes Leben begleitet hat“, bedauert Susanne Schröter.

Übrigens wird der obligatorische XXL-Kassettenrekorder weiter seinen Dienst tun: im Dachgeschoss des Ehepaars Wolgast, in dem auf Ergometer und Heimtrainer gesportelt und die Ex-Ballerina weiterhin ihr tägliches Exercise praktizieren wird. 

10000 Bücher, Kaffee und Kekse

LANGENHORN Sie ist ein Paradies für alle Leseratten und Vielleser: die Bücherstube im Gemeindehaus der Broder Hinrick-Kirche. Über 10000 Titel warten in deckenhohen Regalen auf interessierte Leserinnen und Leser, die dort im ersten Stock jeden Dienstag zwischen 16 und 18.30 Uhr für wenig Geld neuen Schmökerstoff bekommen.

2013 fing es ganz klein an – „mit einigen Büchern, die beim Basar übriggeblieben waren“, erinnert sich Traute Huber. Die inzwischen 79-Jährige ist die Initiatorin einer Institution, die weit über den Stadtteil hinaus ihresgleichen sucht. Auf gut 100 Quadratmetern finden sich in zwei Räumen Kinder- und Jugendbücher, Belletristik, Krimis, Klassiker, Kunst- und Sachbücher, Historisches, Lexika, Biografien, Fachliteratur etwa über Musik sowie fremdsprachige Titel – alle gespendet, gut erhalten, nach Genre und Alphabet sortiert und enorm günstig.

Denn der Preis richtet sich nach dem Gewicht der literarischen Werke – nicht inhaltlich, sondern es geht rein um die physische Masse. So kostet ein Kilo Bücher lediglich zwei Euro – exakt abgewogen auf einer leicht antik wirkenden Waage, die irgendwann auch mal beim Basar übriggeblieben ist.

„Krimis sind unsere Bestseller“, verrät Traute Huber und sortiert gerade neu angekommene Lektüre ein. Besonders Werke von Sebastian Fitzek würden viel nachgefragt. Das sei aber nicht für sie, sie liebe vielmehr Romane und Bücher über Hamburg.

Mit ihrem achtköpfigen, ehrenamtlichen Team – selbstverständlich alles eingeschworene Bücherfans – kommt sie mit vielen Besuchern häufig und gerne ins Gespräch. „Pro Woche haben wir etwa 20 Gäste, von denen uns einige fragen, welche Titel wir zu bestimmten Themen empfehlen können. Die meisten gehen übrigens mit mehr als einem Buch nach Hause“, erzählt Traute Huber lächelnd. „Und falls es zuhause doch nicht gefällt, kommt es oft wieder zu uns zurück, ebenso wie wir auch eingeschweißte Bücher erhalten, die einst wohl ungeliebte Geschenke waren“, ergänzt die belesene Seniorin. 

Schön sei, wenn ihr jemand „das Buch habe ich schon so lange gesucht“ entgegenrufe. „Menschen mit Literatur glücklich zu machen, ist einfach nur schön.“

Wer möchte, kann die Lektüre auch vor Ort genießen. Helle Sitzecken und ein gemütliches Sofa laden zum Schmökern ein; es gibt Kaffee und Kekse und es darf geklönt werden – ausdrücklich nicht nur über literarische Themen. „Wir möchten ein Treffpunkt für alle sein“, betont Traute Huber.

Wer Bücher spenden möchte, meldet sich bitte im Gemeindebüro unter Telefon 520 82 41. Vom Zustand sollten die Bücher weder verschmutzt noch kaputt sein, sondern so, wie man sie selbst gerne kaufen wollte – schließlich wird mit dem Erlös Gutes getan und Projekte der Kirchengemeinde unterstützt.