LANGENHORN Die Stadtteilschule am Heidberg ist im Wandel. In den kommenden fünf Jahren stehen einige Neubauten an. Schneller als erwartet, wurde nun das neue Oberstufenhaus mit einem innovativen Nutzungskonzept bezugsfertig.
Auf drei Geschosse verteilt, finden künftig zwölf Klassen der Jahrgänge elf bis 13 Platz, die bislang am Foorthkamp untergebracht sind. Doch bis zum Umzug der Oberstufe wird es noch dauern, da andere Klassenstufen dringend aus maroden Gebäuden raus müssen. So kamen fünf neunte und zwei zehnte Klassen bereits im Januar in den Genuss, das neue Haus mit Leben zu füllen.
Auffällig sind die relativ kleinen Klassenräume, die nun Inputräume genannt und vorwiegend zu Beginn und Ende einer Lerneinheit vom gesamten Klassenverband genutzt werden. Für das Lernen und Vertiefen von Themen können Schülerinnen und Schüler auf dem zentralen „Marktplatz“ entscheiden, wo und wie sie – auch klassenübergreifend – arbeiten möchten. So gibt es etwa bequeme Sofas und abgeteilte, ruhige Sitzecken sowie halbrunde Möbel und hohe Hocker mit Bar-Charakter. Für Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten stehen kleinere, schalldichte Räume zur Verfügung. Selbstverständlich können die Jugendlichen auch im Klassenraum bleiben.
Alle Bereiche sind barrierefrei für inklusives Lernen ausgerichtet und wohnlich mit frischen Farben gestaltet. Und: Lernende und Lehrende sind dank Fußbodenheizung auch im Winter ausnahmslos in Hausschuhen unterwegs – beim Betreten des Gebäudes müssen Straßenschuhe zwingend ausgezogen werden.
Das moderne Lernen erfordert von Schülerinnen und Schülern Selbstdisziplin, denn Ablenkung auf dem betriebsamen „Marktplatz“ ist gegeben, dazu tragen auch die innerräumlichen Fenster und Glastüren bei, die für Transparenz sorgen sollen.
Und wie kommt das neue Gebäude an? „Wir fühlen uns wohl und können nun spontan entscheiden, wo und wie wir lernen wollen. Die Gemeinschaft hat sich verbessert und wir haben wieder Bock, zur Schule zu gehen“, sagt der 15-jährige Schülersprecher Aymian.
Das neue Oberstufenhaus ist in nur fünf Monaten in Modulbauweise des seriellen Hamburger Klassenhauses entstanden. Mit 1390 Quadratmetern Nutzfläche verfügt es über ein innovatives Lüftungskonzept, Wärmepumpe, Photovoltaikanlage und Gründach. Die Kosten lagen bei rund drei Millionen Euro.
