Chef von einer Million Mitarbeiterinnen

LANGENHORN Dennis Lautenschlager ist Chef von über einer Million Mitarbeiterinnen, die für ihn flüssiges Gold produzieren. 13 Bienenvölker hält der Hobby-Imker im Garten seines denkmalgeschützten Häuschens in der Fritz-Schumacher-Siedlung.

„Als ich mit meiner Familie 2008 hergezogen bin, wollte ich den Garten für etwas Sinnvolles nutzen außer für Pool und Grillplatz“, erzählt der 47-Jährige. Er begann über Bienen zu lesen, war fasziniert von den fleißigen Insekten, belegte Kurse an der Imkerschule in Bad Segeberg und startete 2011 mit drei Völkern im eigenen Garten.

„Bienen sind wichtig für den Naturschutz und die Bio-Diversität, denn ohne ihre wichtige Bestäubungsleistung gäbe es für Menschen und Tiere keine Nahrung“, bekräftigt Dennis Lautenschlager.

Sein summendes Hobby hat er inzwischen auf bis zu 30 Völker ausgeweitet. Die „Beute“ genannten Kisten stehen mittlerweile auch in der Kleingartenanlage Langenhorn-Nord als auch an Feldrändern im schleswig-holsteinischen Bargfeld-Stegen und Elmenhorst.

Aktuell kann der Imker kürzertreten; die Bienen sind mit Zuckersirup versorgt und in der Winterruhe. Doch mit dem Start der Honigernte Ende Mai wird es wieder arbeitsintensiv. Da will der Familienurlaub klug geplant sein. „Ein guter Imker kontrolliert im Sommer etwa alle zehn Tage seine Völker – das lässt sich alles organisieren“, betont der Langenhorner optimistisch.

30 Kilogramm erntet er pro Volk im Jahr – und immer schmeckt der Honig anders. Vier verschiedene Sorten hat er im Angebot: Rapshonig, Mischblütenhonig, Lindenblütenhonig und Taulindenhonig – je nachdem, wo die Bienen den Nektar gesammelt haben.

Die Naturverbundenheit prägt den sportlichen Familienvater, der als Kraftwerker in Billbrook arbeitet. Jeden Tag legt er die Strecke von 40 Kilometern mit dem Rad zurück. „Ich bin eben gerne draußen“, sagt er lächelnd. Vor und nach Dienstschluss kümmert er sich um seine Bienen. „Es ist erfüllend mit ihnen zu arbeiten, zudem ich als Lohn ein großartiges Naturprodukt erhalte.“

Die Garage hat er vor Jahren zur Imker-Werkstatt umgebaut. Hier stehen Edelstahlbehälter, eine Honigschleuder und eine Abfüllanlage. Längst produziert Dennis Lautenschlager nicht mehr ausschließlich für den Eigenbedarf. Die Nachfrage nach dem „Börner Gold“, wie der Honig von den Bewohnern der Fritz-Schumacher-Siedlung genannt wird, ist riesig. Kein Wunder, der naturreine Regionalhonig erfüllt schließlich die hohen Qualitätsanforderungen des Imkerbundes.

Wer ihn kosten möchte, bekommt den Honig bei Familie Lautenschlager im Borner Stieg 3 und auch bei Edeka am Langenhorner Markt steht das „Börner Gold“ im Regal.