Kinder sind die Naturschützer von morgen

LANGENHORN In Tümpeln Wasserskorpione keschern, Nisthilfen für Wildbienen bauen und Walderdbeeren naschen – das machen die „Moorfrösche“ im Raakmoor.

Naturbegeisterte Nachwuchsforscher zwischen sechs und zwölf Jahren erhalten in acht Hamburger Kindergruppen der Naturschutzjugend (NAJU) spannende und spielerische Angebote zum Naturerleben.

Die Langenhorner „Moorfrösche“ treffen sich außer in den Schulferien alle zwei Wochen mittwochs von 16 bis 18 Uhr an der NAJU-Hütte im Weg Nr. 651, unweit der Straße Raaksheide, mitten im Naturschutzgebiet Raakmoor. Das letzte Treffen vor den Sommerferien ist am 8. Juli. „Und dort gibt es viel zu erleben und zu tun“, weiß Thomas Sandmann, der vor 25 Jahren die Gruppe gegründet hat und bis heute leitet. „Wir experimentieren und erforschen, was man im Wald essen kann, lernen die tierischen Bewohner sowie verschiedene Insektenarten, ihre Besonderheiten und Bedürfnisse kennen, machen Exkursionen und führen praktische Naturschutzaktionen durch.“

So helfen die Kinder etwa beim Entkusseln, bei dem junge Sträucher und Bäume entfernt werden, die dem Moor als wichtigem CO2-Speicher Wasser entziehen, und es sonst austrocken lassen würde. „Wir bauen auch Barrieren auf illegalen Trampelpfaden, da die Besucher auf den Hauptwegen bleiben sollen“, erläutert der 59-jährige Umweltpädagoge.

Mit Spaß werden gemeinsam Insektenhotels und Nistkästen gebaut und im Raakmoor verteilt und an vielen Wasserstellen geht es auf die Jagd nach Taumelkäfern, Molchen und Wasserskorpionen, die als Indikatoren für die Wasserqualität gelten.

Auch auf der nahegelegenen Streuobstwiese, die vom NABU betreut wird, legen die jungen Naturschützer von morgen Hand an. Heute soll ein künstliches Sandbeet, Sandarium genannt, optimiert werden. „75 Prozent aller Wildbienenarten nisten im Boden. Klassische Insektenhotels sind für sie daher ungeeignet“, erläutert Peter Plum von der NABU-Gruppe Langenhorn-Fuhlsbüttel, der Thomas Sandmann bei den „Moorfröschen“ regelmäßig unterstützt.

In der Gruppe gibt es aktuell noch einige freie Plätze. Otis aus Poppenbüttel hat heute seinen ersten „Schnuppertag“. Mit Begeisterung schaufelt der Zehnjährige zunächst Sand aus dem Beet. Mit Lehmpulver vermischt, entsteht ein ideales Ambiente, in das Wildbienen Gänge für die Eiablage graben können. Otis ist glücklich, den Insekten helfen zu können. „Ich bin gerne draußen, mag Tiere und habe zuhause ein Aquarium“, sagt der engagierte Schüler. 

„Wir brauchen den Nachwuchs und es ist wichtig, Kinder frühzeitig für das Thema Natur und Naturschutz zu interessieren. Da reichen nicht Biologiebuch oder Fernglas – entscheidend ist, dass sie selbst anpacken und mit allen Sinnen lernen und verstehen“, betont Thomas Sandmann.

Eltern, die an zwei kostenlosen Schnupperterminen interessiert sind, senden eine Nachricht an [email protected]. Die Jahresmitgliedschaft für Kindergruppen kostet 150 Euro. Weitere Infos gibt es unter www.naju-hamburg.de.