LANGENHORN Am Sonntag, 28. Juni, verwandelt sich die historische Fritz-Schumacher-Siedlung wieder in ein XXL-Flohmarkt-Paradies. Zum 13. Mal findet der bekannte „Flohmarkt der Gärten“ statt und lädt auf 100 Hektar zu einer besonderen Schatzsuche mit dörflichem Charme ein.
Von 10 bis 17 Uhr öffnen viele Anwohner ihre privaten Gärten und verkaufen zwischen bunten Häusern der denkmalgeschützten Gartensiedlung Spielsachen, Kleidung, Deko-Artikel sowie Pflanzen und liebevoll Selbstgemachtes wie Marmelade, Taschen und gestrickte Socken.
„In diesem Jahr stellen wir einen neuen Teilnehmerrekord auf und haben 300 Anmeldungen erhalten – das ist überwältigend“, freut sich Sandra Feuersenger vom Organisationsteam.
Gartenbesitzer Christina und Frank Musius sind schon seit zehn Jahren mit von der Partie. „Die Atmosphäre ist einzigartig, jeder hat gute Laune und wir lernen jedes Mal viele nette Menschen kennen“, sagt die 63-Jährige und fügt lachend hinzu: „Als begeistere Flohmarktverkäuferin hatte ich irgendwann keine Lust mehr, meine Waren hin und her zu schleppen. In unserem Garten können wir den Pavillon in aller Ruhe am Vortag aufstellen und bestücken – das spart Kraft und Nerven.“
Auf 800 Quadratmetern ist viel Platz, deshalb hat das Ehepaar Familienangehörige und Freunde eingeladen, die eigene Verkaufsstände bestücken.
Über das Jahr sammelt sich bei den Musius‘ viel an. „Wenn ich neues Geschirr gekauft habe, muss das alte weg“, so die Hausherrin. Auch findet sie immer wieder Dinge von ihrem längst ausgezogenen Nachwuchs wie kürzlich die Kinderschlittschuhe ihrer Tochter. Die liegen jetzt in der Sammelkiste für den kommenden Flohmarkt der Gärten. Darin sind auch schon Fehlkäufe wie ein Wok gelandet sowie ein ausgedienter Brutkasten für Hühnereier und eine elektrische Heckenschere – „ich bin auf Akku umgestiegen“, erklärt Frank Musius.
Manches Kleinod wird schon mal über mehrere Jahre angeboten wie der hölzerne Setzkasten aus den 1990er Jahren. „Die kleinen Glasfiguren, Väschen und Porzellankatzen waren sofort weg, aber der Kasten brauchte etwas, ehe auch er einen neuen Besitzer fand“, erzählt die begeisterte Sammlerin. Kurios war, als ein Flohmarktbesucher sie auf den VW Golf, Baujahr 1994, in ihrem Carport ansprach und fragte, ob der verkäuflich sei. War er – und damit das einträglichste Objekt des Tages.
Neben Schnäppchenjägern kommen auch Gartenfreunde auf ihre Kosten. Bei den Musius‘ im Timmerloh ist ein riesiger Apfelbaum der historischen Sorte „Minister von Hammerstein“ sehenswert, viele verschiedene Rosensorten und jede Menge Gartendekoration, darunter zwölf bunte Gießkannen als Hingucker.
Und wer mit den Bewohnern ins Gespräch kommt, erfährt auch Geschichtliches und Persönliches über die einzigartige Selbstversorgersiedlung. „Wir wohnen bereits in vierter Generation im Haus meiner Ur-Großeltern, die 1923 als Erstmieter eingezogen sind“, berichtet Christina Musius.
Weitere Infos zur Veranstaltung gibt es unter www.flohmarktdergaerten.de.
