HUMMELSBÜTTEL Das Gymnasium Hummelsbüttel ist eine der wenigen Hamburger Schulen mit einem eigenen Schulzoo. Neben Meerschweinchen, Kaninchen, Hühnern, Fischen, Schildkröten und Zebrafinken gibt es auch exotische Arten wie Degus, Bartagame, Stabheuschrecken und Schlangen.
Olaf ist einer der tierischen Stars, denn die ungiftige Kornnatter mit den auffälligen orangefarbenen Flecken ist zutraulich und menschenbezogen. Für Julie ist es das Größte, wenn sie sich die (satte!) Würgeschlange um den Hals legt und deren glatte, geschmeidige Haut streichelt. „Ich liebe Tiere und wegen des Schulzoos bin ich auf diese Schule gegangen“, betont die Zwölfjährige.
30 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen fünf bis sieben können sich in jedem Schuljahr in der Schulzoo-AG engagieren. „Die Plätze sind sehr begehrt“, weiß die Leiterin Inga Pastorino-Meister. „Hier geht es nicht um Leistung und Noten, sondern um gemeinsames Engagement und Anschluss an Gleichgesinnte. Die Kinder lernen die Bedürfnisse der Tiere kennen und den Umgang mit ihnen. Dass sie Verantwortung für Lebewesen übernehmen, fördert ihr Selbstbewusstsein.“
In jeder ersten großen Pause werden die Tiere gefüttert und mit frischem Wasser versorgt, in der zweiten großen Pause darf gestreichelt und gekuschelt werden. Dann ist der Schulzoo auch für die gesamte Schülerschaft geöffnet und die AG-Kinder geben Auskunft über die verschiedenen Tierarten. „Wir müssen aber auch aufpassen, dass etwa die Meerschweinchen Fee, Lilly, Kuschel-Wuschel und Alma nicht mutwillig herumgescheucht werden“, sagt die 13-jährige Anna.
Jeden Dienstag von 13.45 bis 15.15 Uhr werden gemeinsam alle Käfige und Gehege gereinigt, die Tiere gewogen und den Angora-Meerschweinchen regelmäßig das Fell geschnitten, damit es nicht verfilzt. An den Wochenenden kümmern sich Inga Pastorino-Meister und die externe Diplom-Biologin Alexandra Riebeck um die Versorgung und in Ferienzeiten helfen einige Kollegen und Schulzoo-Kinder mit.
600 Euro verfuttern Bartagame Rocky, eine Echsenart, Kaninchen Wolle, Degu Söckchen und alle anderen tierischen Schulbewohner pro Monat. Die Kosten werden zum Teil von der Schulbehörde, vom Schulverein sowie über Tombolas und Spendenläufe finanziert. Die Schulkantine spendiert Salatreste, Karottenkraut sowie Grünzeug. „Zudem haben wir Plastikboxen und Stoffbeutel ausgegeben, in denen auch einige Eltern frische Gemüsereste sammeln“, berichtet Inga Pastorino-Meister. Die Mathe- und Biologie-Lehrerin leitet seit neun Jahren die Schulzoo-AG und auch sie hat viel über verschiedene Tierarten und Erste Hilfe gelernt.
Da die Außengehege im Schul-Innenhof voraussichtlich in den Herbstferien abgerissen und neugestaltet werden, wird ein Übergangsquartier für sechs Hühner gesucht. „Wir liefern auch ein Hühnerhaus und das Futter“, verspricht die Pädagogin. Interessenten melden sich bitte per E-Mail an [email protected].
