HAMBURG Ehrenamtliches Engagement ist der Kitt, der die Nachbarschaft zusammenhält. Unter diesem Motto wurde zum siebten Mal der „Hamburg Airport. Bewegt. Nachbarschaftspreis“ verliehen.
Mit 89 eingereichten Projekten gab es einen neuen Rekord. Bei einer Gala in der Aula der Bugenhagenschule Alsterdorf zeichneten Christian Kunsch und Berit Schmitz aus der Geschäftsführung des Flughafens sowie Staatsrat Dr. Christopher Schwieger zehn Initiativen und Vereine in drei Kategorien aus und übergaben symbolische Schecks in Höhe von jeweils 2500, 1500 und 1000 Euro – insgesamt 16000 Euro. Die Spannung war groß, denn erst am Abend der Veranstaltung erfuhren die Institutionen, ob sie auf dem Treppchen gelandet waren.
Der erste Platz im Bereich „Gesellschaft & Soziales“ ging an den Heimfelder Kinder- und Jugendreitverein Meyers Park. Dort lernt der Nachwuchs unabhängig von Herkunft, Sozialstatus oder Behinderung den Umgang mit den Vierbeinern. Ziel ist, Selbstbewusstsein, Durchhaltevermögen und Vertrauen der Kinder zu fördern. Platz zwei belegte die Kindsein-Stiftung, die hamburgweit finanziell benachteiligte Familien mit voll ausgestatteten Schulranzen-Sets unterstützt. Auf den dritten Rang kam Rollstuhl-Erlebnis-Reisen GIAMBO GUG. Für Menschen mit hohem Assistenzbedarf werden kostenlos Ausflüge organisiert – vom Tauchtrip über einen Helikopterflug bis zum Ostseebesuch.
In der Kategorie „Kultur & Sport“ heimste die Circusschule „Die Rotznasen“ den ersten Platz ein. In Sporthallen in Hamm und Altona sowie bei Workshops werden geflüchtete und Hamburger Kinder zu einer multikulturellen Zirkusfamilie. Die Hamburg Hurricanes landeten auf Platz zwei. Der Fußballverein trainiert im Stadtpark in Winterhude und unterstützt seine Mitglieder aus 40 Nationen beim Ankommen in Hamburg, bei Anträgen, der Wohnungs- und Jobsuche und in Krisensituationen. Platz drei ging an das Barmbeker Stadtteilzentrum KulturKlinker für monatliche Spielenachmittage, bei denen Menschen aus ihrer Einsamkeit und Anonymität geholt werden und Gemeinschaft entsteht.
In der Kategorie „Nachhaltigkeit und Umwelt“ siegte die NABU-Arbeitsgruppe Rahwegpark & Tarpenbek, die in Niendorf ein kleines Uferschutzgebiet pflegt und Totholzhecken als Lebensraum für Amphibien und Kröten errichtet. Platz zwei erreichte der Never Give Up Förderverein aus Horn. An verschiedenen Orten in Hamburg erleben Kinder von vier bis zehn Jahren mit Migrationshintergrund oder Fluchterfahrung die Natur als freien Lern- und Erlebnisraum. Auf den dritten Rang kam die Lebenshilfe Norderstedt. Beim Projekt „Upcycle – zusammen werkeln“ bauen Menschen mit Beeinträchtigung Möbel wie Paletten-Klappstühle und Schlüsselbretter aus recyceltem Holz.
Ein Sonderpreis ging an die Winterhuder Spritzenleute. Sie planen kostenlose Trainingskurse für lebensrettende Erste Hilfe-Maßnahmen wie Herzdruckmassage. Das Preisgeld in Höhe von 1000 Euro fließt in die Anschaffung einer 3000 Euro teuren Reanimationspuppe.
