LANGENHORN Der Verein Griffelkunst feiert aktuell sein 100-jähriges Bestehen nicht nur mit einer Sonderausstellung in der Hamburger Kunsthalle, sondern auch in der Fritz-Schumacher-Schule in Langenhorn.
Aus guten Gründen, denn der Verein hatte bis 2001 seinen Sitz in dem Gebäude und – noch wichtiger - der Gründer Johannes Böse arbeitete dort, damals noch eine Volksschule, als Kunstlehrer. Seine Vision 1925 war, allen Menschen Kunst zugänglich zu machen, unabhängig von Herkunft und Einkommen. Damit Kunst kein Vorrecht der Reichen ist, erhielten die Mitglieder für einen geringen Jahresbetrag (heute sind es 200 Euro) vier Druckgrafiken von Radierungen, Holzschnitten oder Lithografien ausgewählter Kunstschaffender. Jede Grafik ein Original, das niemals verkauft, sondern höchstens verschenkt werden darf.
Im Gründungsjahr hatte der Griffelkunst-Verein 79 Mitglieder, heute sind es deutschlandweit 4500. Werke von rund 1000 Künstlern, darunter Joseph Beuys, Sigmar Polke, Gerhard Richter und Peter Doig, wurden „unters Volk“ gebracht.
Wie viele Schulen besitzt auch die Fritz-Schumacher-Schule eine eigene Sammlung von etwa 80 Grafiken. „Dieser Schatz wird im Unterricht genutzt, zumal Kunst ein wichtiger Teil unseres Schulprofis ist – ganz im Sinne von Johannes Böse, der bereits vor 100 Jahren großen Wert darauf legte, Originale schon früh Kindern und Jugendlichen zugänglich zu machen und Kunst erlebbar zu machen“, erläuterte „Fritze“-Rektorin Catherine Lötsch.
In der Ausstellung „druckfrisch“ im Obergeschoss der Schule im Timmerloh sind nicht nur Werke namhafter Künstler zu finden, sondern auch beeindruckende Interpretationen von Schülerinnen und Schülern, die in Workshops, etwa im Museum der Arbeit, nach alten Handtechniken gearbeitet haben.
Die Ausstellung ist bis zum 8. Juli 2026 in der Schulzeit von acht bis 14 Uhr zu sehen – nach Absprache auch nachmittags. Besucher melden sich vorab bitte im Schulbüro unter Telefon 428 79 70 oder per E-Mail an [email protected].
