LANGENHORN Die evangelische Kirche zählte Ende 2025 nur noch 17,4 Millionen Mitglieder. 350000 Gläubige waren im Laufe des Jahres ausgetreten – und der Trend wird voraussichtlich anhalten. Schrumpfende Mitgliederzahlen und gestiegene Betriebskosten lassen viele Kirchengemeinden umdenken – so auch in Langenhorn.
Nach jahrelangen Überlegungen hat der Kirchengemeinderat von St. Jürgen-Zachäus entschieden, den Kirchsaal der Zachäus-Kirche an der Käkenflur an die evangelische Kita, die sich auf demselben Gelände befindet, zu übergeben. Anlässlich der Entwidmung findet am Sonntag, 28. Juni, um 15 Uhr ein Festgottesdienst mit Bischöfin Kirstin Fehrs und Propst Dr. Heiko Landwehr statt.
„Alle drei Wochen ein Gottesdienst mit durchschnittlich 30 Besucherinnen und Besuchern ist einfach zu wenig“, sagt Pastorin Astrid Wolters. „Bei dem Schritt, den wir jetzt gehen, ist Wehmut dabei, vor allem wenn ich an viele engagierte Ehrenamtliche denke. Aber bei aller Trauer ist es das Beste, was passieren konnte. Wo andernorts die Kirchen abgerissen und die Gelände für Neubauten dienen, wird unsere ‚Wohnzimmer‘-Kirche mit dem markanten Glockenturm und den wunderschönen Buntglasfenstern des Bildhauers Hans Kock weiterhin im Stadtteil sichtbar bleiben.“
Mit dem evangelischen Kindertagesstättenverband wurde ein zehnjähriger Pachtvertrag geschlossen. Im Zuge des baulichen Umbaus wird die Kita Käkenflur in eine Integrations-Kita mit weiteren 20 Plätzen umgewandelt, um Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam betreuen zu können. Der Bedarf ist groß, denn nur rund 35 Prozent der Hamburger Kitas sind derzeit für Inklusion ausgelegt.
„Die ersten Baupläne sehen vielversprechend aus“, sagt Kita-Leiterin Janina de Vries. „Das Kirchenfoyer wird zum neuen hellen, einladenden Kita-Eingang, der Kirchsaal verwandelt sich in Gruppen- und Aktivräume und bietet einer separaten Garderobe Platz. Zudem werden Sanitärbereiche, die sich derzeit im Souterrain der bestehenden Kita-Räumlichkeiten befinden, ins Erdgeschoss verlegt. Unser gesamtes Team freut sich schon jetzt auf einen Neuanfang, auch wenn die Bauphase für alle eine Herausforderung werden wird. Doch gemeinsam werden wir es schaffen, denn es entstehen für Kinder neue Lernräume, in denen sie sich entwickeln können und von uns liebevoll ins Leben begleitet werden“, betont Janina de Vries. „Durch Kita-Andachten und Feste wird die Kita über das Langenhorner Pfarrteam weiterhin begleitet und Teil unseres Gemeindelebens bleiben“, ergänzt Pastorin Astrid Wolters.
Im Frühjahr 2027 sollen die Umbauarbeiten starten. Bis dahin wird die Digitalorgel verkauft, die Stühle gehen an den Stadtteilverein LEiLA und der Flügel, eine private Leihgabe, zieht vorerst ins Gemeindehaus von St. Jürgen. „Für die liturgische Ausstattung wie Kanzel, Altar und Kerzenständer gibt es die Überlegung, sie an die Hans Kock Stiftung zu geben“, so Astrid Wolters und weist darauf hin, dass der Seniorentreff im Anbei mit seinem Angebot erhalten bleibt.
