FUHLSBÜTTEL Das Café Kirchenbank im Erdkampsweg 38 ist ein besonderer Ort. Denn dahinter steckt keine große Bäckereikette, sondern ausschließlich ehrenamtliches Engagement. Und das braucht Verstärkung.
Vor 51 Jahren wurde das Café als Beratungseinrichtung des Vereins „Der Nachbar“ der St. Lukas-Kirchengemeinde gegründet. Die Idee dazu hatte Pastor Ahrens mit seiner Erkenntnis, „die Kirche muss dahin gehen, wo die Menschen sind.“ Inzwischen hat sich einiges verändert. Anfang der 2000er Jahre wurde umgebaut und das damals schlichte Interieur aufgehübscht. Auf rund 25 Quadratmetern ist nicht viel Platz, aber das braucht es auch nicht. Mit ein paar Stühlen, ein paar Tischen und einem großen Spiegel herrscht gemütliche Wohnzimmeratmosphäre. Die Kaffeemaschine blubbert im Hintergrund. Der Becher kostet lediglich 50 Cent. Kuchen gibt es auch, wenn ein Kunde oder eine Kundin zuhause gebacken hat und es für alle Gäste spendiert – auch das macht die Lokalität so besonders.
Übrigens hat das Café Kirchenbank seinen Namen nicht von dem Kirchengestühl, das ebenfalls im Raum steht, sondern weil es über viele Jahrzehnte von zwei Bankfilialen eingerahmt war.
„Missioniert wird bei uns nicht, aber Fragen zum Glauben sind genauso willkommen wie zu weltlichen Themen“, betont Petra Roedenbeck-Wachsmann als stellvertretende Vereinsvorsitzende. Vielmehr möchte sie einen Ort zum Entspannen bieten, an dem Gäste ins Gespräch kommen können, wenn sie möchten. Manchmal auch über die große Auswahl gespendeter Bücher, die es für einen Euro zu kaufen gibt.
Aktuell engagieren sich neun Ehrenamtliche. Da das Café montags bis freitags von 10.30 bis 12.30 Uhr sowie samstags von 11 bis 13 Uhr geöffnet hat, wird dringend Verstärkung gesucht. „Interessenten sollten offen sein für viele Themen, Lust haben, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, zuhören können und keine Vorbehalte haben“, sagt Petra Roedenbeck-Wachsmann.
Birgit Wulff-Leukel ist schon seit 13 Jahren zwei- bis dreimal im Monat mit dabei. „Ich wollte nach meiner Pensionierung etwas Sinnvolles machen und unter Menschen kommen“, sagt die 76-Jährige. „Das Café gehört seitdem zu meinem Leben. Ich profitiere von den Gesprächen mit interessanten Gästen und bekomme auf diese Weise auch viele aktuelle Infos aus dem Stadtteil.“
Rainer Hardt ist einer dieser Gäste. „Zwei- bis dreimal pro Woche komme ich nach dem Schwimmen auf einen Kaffee vorbei und treffe immer nette Menschen. Es haben sich mittlerweile sogar Freundschaften gebildet. So gehen wir in einer Gruppe regelmäßig in die Oper“, erzählt der Ohlsdorfer.
Wer Interesse am ehrenamtlichen Engagement hat, meldet sich gerne vor Ort oder sendet eine E-Mail an [email protected].
