NORDERSTEDT. Mit der neuen Dauerausstellung „Stadt.Geschichten.Labor.“ im Stadtmuseum Norderstedt bekommen Besucherinnen und Besucher einen ganz neuen Blick auf Schleswig-Holsteins viertgrößte Stadt.
Sie erhalten spannende und vielfältige Einblicke in die Vergangenheit, in die Gegenwart und können sogar die Zukunft im Stadtlabor mitgestalten. Mit einem modernen Konzept vermittelt die Ausstellung Informationen auf vielfältige Art und lässt die Besuchenden aktiv werden – an Hörstationen und Bildschirmen mit historischen Beiträgen sowie interaktiven Karten. Schranktüren wollen geöffnet werden, um bewegende Biografien aus der NS-Zeit preiszugeben. An mehreren Mitmach-Stationen ist die eigene Meinung auf Stickern gefragt und mit Kugeln, die im Eingangsbereich aus ehemaligen Kaugummiautomaten gezogen werden, kann über Fragen etwa zur politischen Bildung abgestimmt werden.
„Wir haben ein lebendiges, aktives Museum geschaffen, das nicht nur die Historie bewahrt, sondern auch uns als Stadt voranbringt, indem die Menschen in den Dialog gehen“, sagte Oberbürgermeisterin Katrin Schmieder bei der Eröffnung vergangenen Sonntag. „Die neue Ausstellung hebt das klassische Heimatmuseum auf ein ganz neues Level und ist ein Leuchtturmprojekt im Norden“, schwärmte Dr. Michael Merkel, Sammlungsleiter des Archäologischen Museums in Hamburg, der bei der anspruchsvollen Umsetzung beteiligt war.
Die spannende Zeitreise verläuft über sieben ansprechend gestaltete Themeninseln und beginnt vor 15000 Jahren, als Rentierherden und Nomaden in der Region durchzogen, bis die ersten Menschen sesshaft wurden. Originalfunde und Nachbildungen wie Mammutzähne und Steinbeile machen das vergangene Leben lebendig. Mit vielen Illustrationen werden Macht- und Handelsstrukturen sowie die Gründung der vier Gemeinden Garstedt, Harksheide, Glashütte und Friedrichsgabe beleuchtet, die am 1. Januar 1970 zur heutigen Stadt Norderstedt vereinigt wurden.
Die jüngste Vergangenheit und Gegenwart finden Platz in den Komplexen Arbeit, Wohnen, Konsum, Demokratie/Gesellschaft. Vom Torfstechen über Hochhausbau und Versandhandel bis zu demokratischen Prozessen in der Stadt werden diese Themen anschaulich dargestellt – da darf der Otto-Katalog aus den 1980er Jahren nicht fehlen.
Das innovative Stadtlabor bietet Raum für Austausch, Experimente und Gestaltung. An einem großen Tisch sind Interessierte eingeladen, sich Gedanken über eine zukunftsfähige Stadt zu machen und sie mit Stempeln, Schablonen und Texten auszudrücken. „Ziel ist, Projekte konkret anzuschieben“, betont Ina Streichert von der Stabsstelle Nachhaltiges Norderstedt. Im „Archiv des Wandels“ wird ehrenamtliches Engagement dokumentiert und soll stetig ergänzt werden.
Für Kita-, Schul- und freie Gruppen werden Workshops angeboten, um die Stadt aus verschiedenen Perspektiven zu entdecken.
Das Stadtmuseum im Friedrichsgaber Weg 290 ist mittwochs bis samstags von 15 bis 18 Uhr sowie sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Eintritt: 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Kinder bis 12 Jahre frei. Am 17. Mai findet von 11 bis 17 Uhr das 18. Norderstedter Museumsfest im statt –Stadtmuseum und Feuerwehrmuseum können bei freiem Eintritt besucht werden.
