Junger Fliesenleger mit großen Plänen

LANGENHORN Deniz Orlando Puranaci zählt zu den besten deutschen Nachwuchshandwerkern. Mit dem zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills darf sich der 21-Jährige Bundessieger der Fliesenleger nennen.

Der Geselle, der beim Langenhorner Fliesenlegerbetrieb Andys Rudel angestellt ist, wurde für seine herausragenden Leistungen sogar mit einem Senatsempfang im Rathaus geehrt – zusammen mit elf weiteren jungen Hamburger Frauen und Männern, die in anderen Gewerken ebenfalls die Spitzenplätze 1 bis 3 erreichten. Hjalmar Stemmann, Präsident der Handwerkskammer Hamburg, nannte sie in seiner Laudatio stolz „eine tragende Säule für Hamburg.“

Mit ausgezeichneten Noten seiner Gesellenprüfung hatte sich Deniz Orlando Puranaci im August 2025 zunächst für den Landessiegerwettbewerb qualifiziert und durfte sich nach dem Gewinn im Wettbewerb mit 15 weiteren Landessiegern der anderen Bundesländer messen. An drei Tagen sollten die jungen Leute beweisen, was sie draufhaben. „Wir mussten in einem Festzelt vor viel Publikum das filigrane Wappen sowie das Schloss von Feuchtwangen auf jeweils gut zwei Meter hohe Wände bringen. Dafür waren die Fliesen korrekt zuzuschneiden, aufzubringen und akkurat zu verfugen. Der Druck war schon groß. Zudem war ich von den Leistungen der anderen Teilnehmer ziemlich beeindruckt. Ich bin zwar ehrgeizig, habe aber nicht damit gerechnet, später auf dem Podest zu stehen“, sagt der 21-Jährige.

Vater Andy Rudel war dagegen sicher, dass sein Filius platziert werden würde – und er sollte Recht behalten. Für den zweiten Platz bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk gab es 400 Euro Preisgeld und ein Stipendium über 9000 Euro für die Meisterausbildung. „Ich habe mich schon beim Elbcampus angemeldet und kann kaum erwarten, dass es endlich losgeht“, freut sich Deniz Orlando Puranaci.

Dass er diese Karriere hinlegen würde, damit hat keiner in der Familie gerechnet. „In der Schule hatte er seine Probleme. Nur wenn ihn etwas wirklich interessierte, war er engagiert“, erinnert sich seine Mutter, Rosi Puranaci. Nach dem Mittleren Schulabschluss wollte der Jugendliche eigentlich in den Garten- und Landschaftsbau oder in die Immobilienbranche gehen, doch nach absolvierten Praktika war beides „nicht das Wahre“. In der Coronazeit fand Deniz Orlando Spaß an den Tätigkeiten im elterlichen Betrieb und begann dort seine Ausbildung. „Das Schöne am Handwerk des Fliesenlegers ist, dass es kreativ und erfüllend ist und wir etwas schaffen, was den Kunden freut und Bestand hat“, begründet der junge Mann seine Berufswahl. Küchen und Badezimmer in Privathaushalten sowie gewerbliche Objekte wie Autohäuser gehören zu seinen Einsatzorten – und dort übernimmt er auch schon mal die Bauleitung. „Als Sohn vom Chef erhalte ich keinen Bonus. Bei mir wird sogar eher strenger hingeguckt.“ Sein Können hat ihm den Respekt bei Alt-Gesellen eingebracht – ein Vorteil, denn der Junior wird einmal den Familienbetrieb übernehmen.