NORDERSTEDT. In vielen einkommensschwachen Norderstedter Familien fehlt das Geld für Weihnachtsgeschenke. Damit die Kinder dennoch nicht leer ausgehen müssen, gibt es seit über zehn Jahren die Wunschbaum-Aktion des Deutschen Roten Kreuzes, dieses Jahr in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Harksheide. Mitte November wurde für vier Wochen im Spielzeuggeschäft Peggy Diggledey im Herold Center ein Tannenbaum aufgestellt, an dem 100 bedürftige Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren Karten mit ihren gemalten oder geschriebenen Wünschen im Wert von 20 bis 30 Euro aufgehängt haben. Über vier Wochen hinweg konnten Norderstedter Bürger die Wunschkarten „abpflücken“, die Geschenke im Geschäft kaufen und hübsch verpacken lassen.
Damit alles rechtzeitig ankommt, übernehmen die Mitarbeitenden in Frauenhäusern, Familienzentren, Kitas und Notunterkünften die Verteilung – einige Geschenke überbrachte der Weihnachtsmann aber auch persönlich.
So herrschte große Aufregung, als er vergangenen Freitag mit Säcken voller Geschenke in der Falkenbergkirche auftauchte. Mit leuchtenden Augen wurde jede Bewegung des Weihnachtsmannes von den Mädchen und Jungen beobachtet – immer in der Hoffnung, dass das nächste bunte Päckchen für sie sei.
Als Laya an der Reihe war und das Geschenk überreicht bekam, strahlte sie über das ganze Gesicht. „Ich habe mir Rollerskates gewünscht und hoffe, dass ich sie auch bekomme“, sagte die Achtjährige. Andächtig hielt auch die siebenjährige Ward ihr Päckchen im Arm und verriet: „Ich habe mir ein Auto mit einem Controller gewünscht.“
Edda Maria Rönnau-Jahn, stellvertretende Vorstandsvorsitzende des DRK-Ortsverein Norderstedt, freute sich sehr über die Großzügigkeit der Norderstedter. „Die Spendenbereitschaft in der Stadt ist wirklich großartig. Wir wurden sogar schon vor Beginn der Aktion gefragt, wann der Wunschbaum denn endlich aufgestellt würde.“ Was sie dagegen traurig macht, ist, dass sich auf den Wunschzetteln neben Puppen zum Frisieren, Feuerwehrautos und Kreativbausteinen auch ein Schneeanzug fand. „Textilien sollte sich kein Kind zu Weihnachten wünschen müssen, dafür haben wir die Kleiderkammer, in der die Eltern etwas gutes Gebrauchtes für ihren Nachwuchs aussuchen können.“
