375 Grundschüler setzen sich gegen Rassismus ein

Norderstedt Seit Freitag darf sich die OGGS Harksheide-Nord „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ nennen. Damit gehört sie zu einem Netzwerk von bundesweit 4000 Schulen und ist nicht nur in Norderstedt, sondern auch im Kreis Segeberg die erste Grundschule, die diese Auszeichnung erhalten hat.

Voraussetzung war, dass sich mindestens 70 Prozent der 375 Schülerinnen und Schüler, des Kollegiums und des Betreuungsteams der BEB verpflichten, sich gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule einzusetzen.

In einer Feierstunde in der Aula übergab Ali Evdedurmaz, Regionalkoordinator von „Schule ohne Rassismus“ und Leiter der JugendAkademie Segeberg, ein aussagekräftiges Schild, das am Schuleingang angebracht werden soll. „Das Thema Rassismus ist leider aktueller, denn je und es ist wichtig, sich so früh wie möglich damit zu beschäftigen – das geht auch in der Grundschule“, sagte Evdedurzmaz. 

Beeindruckt war er von dem Schulversprechen „Wir halten zusammen“. Kindgerecht heißt es dort: „Wir wollen, dass an unserer Schule kein Mensch durch Worte oder Gewalt verletzt wird. Ich beschimpfe niemanden oder lache ihn aus wegen des Aussehens, der Sprache, der Hautfarbe, der Herkunft oder des Anders-Seins.“

„Es ist wichtig, ein Zeichen zu setzen, das Thema im Schulalltag und Unterricht aufzugreifen sowie ein Bewusstsein bei den Kindern zu schaffen, ihnen Mut zu machen, Augen und Ohren offen zu halten und sich zu trauen, etwas zu sagen“, betonte Schulleiterin Franziska Ginko.

Auslöser für die Bewerbung beim größten Schulnetzwerks Deutschlands war ein trauriger Anlass. „Ein Drittklässler mit dunkler Hautfarbe hatte sich mir anvertraut und berichtet, dass er in fast jeder Pause rassistisch beleidigt würde. Das hat mich sehr betroffen gemacht und mich bestätigt, mehr zu machen, als zu reden“, erklärte Caroline Brück, Lehrerin und Initiatorin der Aktion.

Als prominente Paten konnte die Schule Silke Schiller-Tobies, Staatssekretärin im schleswig-holsteinischen Sozialministerium, sowie Oliver Bergmann, Musiker und Gründer der Rock-/Pop-Band „Radau“, gewinnen. Beide werden künftig bei den jährlichen Projekttagen mitwirken.