Zwei ausgezeichnete Zukunftsprojekte aus der Region

Blunk Großer Erfolg für den Kreis Segeberg: Bei der Verleihung des Nachhaltigkeitspreises Schleswig-Holstein 2019 wurden gleich zwei Unternehmen aus der Region für ihre innovativen Ideen und Konzepte ausgezeichnet. Gesucht waren Zukunftsmacher, die mit Weitblick und nachahmenswerten Beispielen die Gesellschaft sozialer, wirtschaftlicher und umweltverträglicher gestalten.

Platz eins ging an den Wildpark Eekholt, der seit fünf Jahrzehnten mit einem einzigartigen Naturerlebnisraum gut 270000 kleine und große Besucher pro Jahr begeistert und für Lernen in und mit der Natur steht. Zudem repräsentiere der Tierpark ein überzeugendes, umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement im Naturschutz- und Umweltbildungsbereich, von Mini-Biogasanlage über Leih-E-Bikes bis zur Wildparkschule, so die einhellige Meinung der Jurymitglieder aus Wirtschaft, Wissenschaft, Soziales, Bildung, Kirche und Kommunen unter Federführung des Umweltministeriums Schleswig-Holstein.

Sichtlich große Freude hatte Grünen-Politikerin Anke Erdmann bei einer ihrer letzten Amtshandlungen – sie scheidet zum Wochenende aus gesundheitlichen Gründen als Umwelt-Staatssekretärin aus. Sie überreichte die mit 5000 Euro dotierte Urkunde an die knapp 90-jährige Tierparkgründerin Theda Hatlapa überreichte und zeichnete die Grande Dame des Naturschutzes somit auch für deren Lebenswerk aus. „Der Preis ist ein Riesenansporn unsere Projekte weiter- und auszubauen. Aktuell arbeiten wir an einer Nachhaltigkeitsausstellung, möchten aber auch einige Gehege neu gestalten“, sagte Geschäftsführer Wolf von Schenck im Namen von Hatlapa.

Wenig Zeit für Glückseligkeit hatte Angela Schulze-Hamann, die direkt aus der Küche auf die Bühne musste – schließlich war auch der – lange zuvor festgelegte – Veranstaltungsort preiswürdig. Platz zwei (3000 Euro) ging an das Landhaus Schulze-Hamann in Blunk, das für regionale Wertschöpfung vom Acker bis zum Teller steht. „Wir leben Naturschutz mit Messer und Gabel“, sagt die Inhaberin, deren Familienbetrieb Ende März 100-jähriges Bestehen feierte. Regionale, hochwertige Lebensmittel werden aus einem Netzwerk kleiner Höfe und Manufakturen auf kurzen Wegen bezogen; Kinder lernen in der GemüseAkerdemie nachhaltige Wertschöpfung und Gäste beim Gründungsmitglied vom Verein Feinheimisch Wertschätzung fürs Essen – dazu tragen auch die reduzierten Öffnungszeiten bei, um den Betrieb effektiv führen zu können. „Nachhaltigkeit ist meine DANN“, sagt Angela Schulze-Hamann. Ihre neuesten Projekte: eine Streuobstwiese anlegen und eine E-Tankstelle installieren.

Platz drei ging an den Gärtnerhof Wanderup im Kreis Schleswig-Flensburg, der auf nur 1,2 Hektar nach dem Prinzip einer solidarischen, regenerativen Landwirtschaft wirtschaftet. Jede Woche werden 120 Direktabnehmer mit gut 500 Kilogramm Gemüse beliefert. „Das Preisgeld von 2000 Euro werden wir für ein E-Lastenrad verwenden, mit dem die Waren ausgeliefert werden“, verriet Gründer Hendrik Henk.

Den Nachwuchspreis von der Investitionsbank Schleswig-Holstein mit 1000 Euro gestiftet erhielten die ResteRitte aus Kiel – drei Studenten, die Obst vor der Mülltonne retten, in Handarbeit verwerten und Brotaufstriche herstellen.

55 Unternehmen, Vereine, Bürgerinitiativen, Schulen, Kommunen und Kirchengemeinden hatten sich für den sechsten Nachhaltigkeitspreis Schleswig-Holstein beworben, darunter aus Bad Oldesloe die Stormarner Werkstätten, die Stadtschule sowie der Verein SchanZe – die in diesem Jahr leider leer ausgingen.