Fuhlsbüttel Wo bis 2008 Akten und Ordner die Regale füllten, Beamte ihre Dienststempel auf Anträge drückten und bis Anfang 2017 der politische Regionalausschuss tagte, sollen noch bis Ende diesen Jahres neue Mieter einziehen. Das Ortsamt Fuhlsbüttel ist zwar Geschichte, aber recht lebendige, denn die Gebäude aus den 1950er Jahren bekommen nach der Entkernung mit neuer Fassade und aufgesetzten Staffelgeschossen ein zweites Leben. Mit zwei Um- und einem Neubau errichtet das Bauunternehmen Peter Ahrens seit einem Jahr in der Hummelsbütteler Landstraße 74 ausschließlich geförderte Mietwohnungen vom Ein- bis zum Sechs-Zimmer-Appartement, darunter 19 barrierefreie Seniorenwohnungen. „Alle Einheiten sind bereits in den Anfängen der Bauphase vermietet worden; die Nachfrage war groß“, weiß Geschäftsführer Christian Peter Ahrens. Hinzu kommen eine Tiefgarage mit 27 Stellplätzen, zehn Außenparkplätze und eine großzügige Grünanlage, die sich über das Gelände bis zum Brombeerweg erstreckt. Das Projektvolumen beträgt 17 Millionen Euro.
Bei tropischen Temperaturen wurde nun Richtfest gefeiert. Gern gesehener Gast: Harald Rösler in seiner Funktion als noch amtierender Bezirksamtsleiter Nord, aber auch als ehemaliger Chef des Fuhlsbütteler Ortsamtes von 1989 bis 1994. „Das ungewöhnliche Projekt ist ein Paradebeispiel für gut gelungene Verdichtung und Erstellung dringend benötigtem, bezahlbarem Wohnraum“, so Rösler, „ich bin froh, dass der Bauherr einen langen Atem hatte und dem zähen Ringen um Geschosszahl, Grünerhalt und anderen Details standgehalten hat.“
Das Bauvorhaben ist ein persönliches Anliegen von Senior-Chef Peter Ahrens, den Rösler als „Fuhlsbüttler Urgestein“ titulierte: „Als Steppke führte mich der Schulweg hier vorbei und auch mein persönlicher Werdegang ist geprägt von dem markanten Gebäude, in dem ich unter anderem das Aufgebot für die Eheschließung mit meiner Frau Evelyn stellen durfte – es soll in seiner neuen Funktion auch den Mietern eine gute Zukunft bringen.“
